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Link zum Tagebuch: TRANS-OST-EXPEDITION - Etappe 1

Was gibt es da zu Lachen?

N 44°42'360'' E 020°38'204''
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    Tag: 77

     

    Sonnenaufgang:
    06:43 Uhr

     

    Sonnenuntergang:
    18:06 Uhr

     

    Gesamtkilometer:
    2201,93 Km

     

    Temperatur – Tag (Maximum):
    21 °C

     

    Temperatur – Tag (Minimum):
    17 °C

     

    Temperatur – Nacht:
    12 °C

     

    Breitengrad:
    44°42’360“

     

    Längengrad:
    020°38’204“

    Maximale Höhe:
    92 m über dem Meer

“Du kannst dich ja kaum bücken. Hast du so starke Kreuzschmerzen?”, fragt mich Tanja. “Ja, ist im Augenblick wieder schlimm. Ich glaube der Gegenwind fordert seinen Tribut”, antworte ich kleinlaut. “Wir sollten einen Pausetag einlegen. Vielleicht kannst du die Zeit nutzen, um etwas zu schreiben und gleichzeitig deinen Rücken auszuruhen.” “Meinst du wirklich es ist eine gut Idee in diesem furchtbaren Zimmer zu bleiben?” “Es liegt an dir aber ich denke es wäre vernünftiger”, schlägt Tanja vor worauf die Entscheidung gefallen ist.

Im großen unbeheizten und absolut ungemütlichen Frühstücksraum sitzend kauen wir dann an gummiartigem Weißbrot. Trinken den lauen Kaffee und sehen durch die schmutzigen Fenster den Staubfontänen zu die der Wind in den grauen Himmel zwirbeln lässt. “Wenn ich an die Windböen denke ist es eine gute Idee hier zu verweilen”, sage ich lustlos. “Dein Rücken wird es dir auch danken”, meint Tanja. “Ach du Schreck!”, rufe ich unvermittelt. “Was denn?” “Das darf doch nicht war sein!”, fluche ich weiter ohne Tanjas Frage zu beantworten. “Was ist denn los?”, wiederholt sie. “Na so ein Scheiß! Jetzt hat mir dieses dämliche Weißbrot ein Inlay aus dem Backenzahn gezogen. “Du machst doch Scherze?” “Nein, das ist verdammt noch mal kein Scherz sondern furchtbarer Ernst.” “Zeig mal her? Oh ist ja ein großes Inlay”, äußerst sich Tanja. “Ist ja auch ein großes Loch im Zahn”, antworte ich übelst gelaunt. “Tut es weh?” “Nein, aber ich weiß jetzt nicht mehr auf welcher Seite ich kauen soll.” “Warum?” “Weil ich mir vor ein paar Tagen auf der anderen Seite an so einer blöden heißen Kartoffel den Gaumen verbrannt habe”, jammere ich. “Hmmpf”, beginnt Tanja verhalten zu lachen. “Da gibt es doch nichts zu Lachen.” “Na ich stelle mir gerade unsere komische Situation bildlich vor. Entweder ich muss lachen oder weinen. Lachen finde ich besser. Hhmmff, ha, ha. Ha”, kichert sie ungehalten, worauf ich erst noch ärgerlicher werde aber dann plötzlich mitlachen muss.

Obwohl mir wieder eine alte, hässliche Hexe in den Rücken geschossen ist, ich ein großes Loch im Zahn habe, wir in einem furchtbarem Ostblockbunker verweilen und draußen unangenehme Sturmböen ums Haus pfeifen, bin ich wieder etwas besser gelaunt und mache mich daran es mir in dem ungemütlichen Zimmer so bequem wie möglich einzurichten, um die Erlebnisse der letzten Tage festzuhalten. Im Laufe der verrinnenden Stunden jagt der Wind die dunklen Wolken davon. Warme Sonnenstrahlen scheinen ins Zimmer und unsere Unterkunft sieht bei dem jetzt plötzlich schönen Wetter gar nicht mehr so übel aus.

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