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Link zum Tagebuch: TRANS-OST-EXPEDITION - Etappe 1

Glück gehabt

N 43°59'835'' E 022°55'994''
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    Tag: 86

     

    Sonnenaufgang:
    06:38 Uhr

     

    Sonnenuntergang:
    17:36 Uhr

     

    Luftlinie:
    129,46 Km

     

    Tageskilometer:
    161,44 Km

     

    Gesamtkilometer:
    2570,13 Km

     

    Bodenbeschaffenheit:
    Asphalt

     

    Temperatur – Tag (Maximum):
    18 °C

     

    Temperatur – Tag (Minimum):
    12 °C

     

    Temperatur – Nacht:
    4,9 °C

     

    Breitengrad:
    43°59’835“

     

    Längengrad:
    022°55’994“

     

    Maximale Höhe:
    55 m über dem Meer

     

    Aufbruchzeit:
    09:40 Uhr

    Ankunftszeit:
    21:20 Uhr

Wir haben es geschafft zwischen acht und neun Uhr am Morgen heißes Wasser zum Duschen zu organisieren. Wie sie das in dem Hotel anstellen ist mir nicht klar. Vielleicht heizt jemand ein Feuer an, um das Wasser im Boiler zum kochen zu bringen? Seit Tagen stürmt es unaufhörlich. Windböen heulen Tag und Nacht um das einsame Haus in dem wir unsere Zeit fristen. Ich komme mit dem Schreiben ganz gut voran und wir haben uns soweit es geht an die seltsame Bleibe gewöhnt. Nicht mehr ganz so Furcht erregend wirken die menschenleeren Gänge von denen der Putz fällt und die Türen unheimliche Geräusche von sich geben. Wenn wir abends das Restaurant Max aufsuchen nehmen wir eine Taschenlampe mit die uns den Weg durch das Hotel Dracula zeigt. Das Personal ist auch recht nett, klar wir sind seit Tagen ihre einzigen Gäste. Man reißt sich zwar nicht gerade um Arbeit aber beim Frühstück zubereiten strengen sie sich richtig an. Einmal serviert ein Mädchen und einmal der Koch der unter anderem auch der Hausmechaniker ist. “Gott sein Dank bekommen wir kein Frühstück vom Mechaniker sondern vom Koch der als Nebenjob noch Hausmeister spielt”, meint Tanja lachend. “Stimmt, aber als Hausmeister ist er nicht gerade eine Größe. Wenn ich daran denke frage ich mich was er eigentlich den ganzen Tag macht? Überall hängen abisolierte Stromkabel herum. Man muss höllisch aufpassen keinen tödlichen Schlag zu bekommen und seit unserer Ankunft steht die Toilette unter Wasser. Es ist auf Dauer echt lästig da drin unaufhörlich nass getropft zu werden. Mein Gott, was für ein Hotel? Es löst sich schön langsam in seine Bestandteile auf. Sieh dir die Gänge an. Viele Wände haben Wasser gezogen und nicht wegen einem undichten Dach sonder weil die Spülbecken der Toiletten nahezu alle Leck sind. Die produzieren hier einen gigantischen Wasserschaden und keiner unternimmt etwas dagegen. In wenigen Jahren bricht diese Absteige einfach in sich zusammen”, plaudere ich. “Trotzdem ist es gut hier geblieben zu sein”, meint Tanja. “Ohne Zweifel. Ich bin mit meinen Updates gut vorangekommen”, stöhne ich erleichtert einen Schluck Kaffee zu mir nehmend.

Am Nachmittag öffne ich das Fenster, um die Antenne des Satellitentelefons aufzustellen. Rasender Wind fängt sich in den Baumwipfeln und bläst seinen eiskalten Atem auch in unser unbeheiztes Zimmer. Ich schließe den Computer an, drücke auf Senden und bin wie immer gespannt ob die Übertragung in unsere Webseite funktioniert. Plötzlich fängt sich eine Böe in unserem offen stehenden Fenster und schleudert es zu. “Neiiiin!”, schreie ich als ich entsetzt bemerke wie der Fensterrahmen auf die Satellitentelefonantenne trifft. Nur noch am Kabel baumelnd hängt sie in schwindelnder Höhe. Den Atem anhaltend öffne ich ganz vorsichtig die schmutzige Luke, schnappe erst das Kabel und dann die schwere Antenne. “Puh, das ist gerade noch mal gut gegangen”, pruste ich erleichtert aus. “Glück gehabt. Wenn die Antenne da runter gefallen wäre hätte sich die Übertragung wohl erledigt”, sagt Tanja erleichtert und setzt sich wieder in ihren Stuhl.

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