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RED EARTH EXPEDITION - Etappe 2

Top geheim lautet die Überschrift

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    Tag: 63-64 Etappe Zwei

    Sonnenaufgang:
    06:11

    Sonnenuntergang:
    17:39

    Temperatur - Tag (Maximum):
    29-30 Grad

Top-Geheim-Camp — 17.08.2001 – 18.08.2001

Weil heute am Freitag unser Interviewtag ist müssen wir nach einem Lauftag schon wieder rasten. Es ist zum Haare raufen denn wenn wir die Geschwindigkeit beibehalten kommen wir nie an der Ostküste an oder sind bis dahin alt und grau. Nun, es ist so wie es ist und ich nutze die Zeit zwischen den Interviews mit dem Niederschreiben unserer Erlebnisse. Die Tagestemperaturen sind um einige Grad gefallen und ich kann hier im Halbschatten eines lichten Busches ohne schlimmen Schwitzanfälle arbeiten. Wir verbringen seit langen einmal eine ruhige Zeit ohne besonderen Zwischenfälle. In den letzten Nächten sind wir von den Angriffen der wilden Kamelbullen verschont geblieben und haben gut geschlafen. Es gibt also nichts Außergewöhnliches zu berichten… Halt doch ein Ereignis ist in jedem Fall erwähnenswert. Wie jeden Abend ziehe ich meine schmutzige Kleidung vor dem Zelt aus und lege sie auf das Funkgerät an dem ich Rufus ankette, seitdem er sich im Edgar-Kampf-Camp über den halbverwesten Kamelbullen hergemacht hat. Ich bücke mich, um meine Kleidung abzulegen als ich unter dem Schlafsack von Rufus etwas weiße vorspitzen sehe. Rufus schläft schon und hat sich auf dem Schlafsack zusammengerollt. Vorsichtig, ohne ihn zu wecken, ziehe ich an dem papierähnlichem Ding und bin überrascht ein kleines Heftchen in den Händen zu halten. Neugierig schlage ich es auf und glaube meinen Augen nicht trauen zu können. Top Geheim! lautet Überschrift und dann verschlägt es mir den Atem.

DAS EXPEDITIONSTAGEBUCH EINES EXPEDITIONHUNDES NAMENS RUFUS,

steht da in großen Buchstaben. Die Schrift ist kaum lesbar doch mit ein wenig Konzentration kann ich jedes Wort entziffern.Es war wieder eine fürchterliche Nacht. Ich weiß nicht wovor ich jedes Mal mehr erschrecke, die wilden blubbernden Kamelbullen, das Geschrei von Tanja und Denis oder der schrecklich laute Knall. Selbstverständlich hatte ich nicht vor nochmals auf Denis und Tanjas Schlafsäcke zu pinkeln, doch nicht einmal ins Zelt durfte ich mich flüchten. Peinlich genug, dass Denis nicht einmal am Funkgerät davor zurückschreckt von meinem Missgeschick zu berichten geschweige denn in unserer Webseite. Wahrscheinlich wissen sogar Tido und Digga (die beiden Hundefreunde am 80 Mile Beach Caravan Park) bescheid. Ich erzähle ja auch nicht überall herum, dass Denis zwei Tage lang mit einer aufgeplatzten Hose herumgerannt ist und Junge, ich habe eine gute Sicht von da unten…

Als Jo und Tom auftauchten nahm mein Hundeleben schlagartig eine andere Richtung an. Nichts konnte mich davon abhalten für Tage im oder unter dem Auto zu liegen. Für mich als Autonarr war das eine traumhafte Zeit. Die beiden haben wunderbares Lammfleisch für mich mitgebracht und ich hatte endlich mal was Gescheites zum fressen. Als Jo es dann in den Baum hing fing es richtig schön zu stinken an. Zu meinem Glück ging dann bei der schrecklichen Hitze das Grillfleisch kaputt und ich bekam ein Rekordabendessen von sechs Steaks. Ich habe solange gefressen bis mir fast der Bauch geplatzt ist aber man kann ja nie wissen wann es wieder einmal so etwas Leckeres gibt. Tido und Digga wären stolz auf mich gewesen, denn ich habe alles auf einmal heruntergeschlungen. Als mich dann Denis gefragt hat ob ich mich jetzt übergeben muss war ich ein wenig beleidigt, denn einem Hund wie mir wird es nie schlecht.

Schlimm fand ich das wir unseren letzten Lagerplatz verlassen mussten als die zwei toten Kamelbullen so richtig schön zum duften angefangen haben. Ich hatte mir schon ausgemalt in einem günstigen Moment mich dorthin zuschleichen. Leider mussten wir weiter… Die Menschen werde ich wahrscheinlich nie verstehen. Es ist ein hartes Leben als Expeditionshund…

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