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Russland/Charanzy Link zum Tagebuch TRANS-OST-EXPEDITION - Etappe 4

In unserem Blockhaus am Baikal

N 53°13'36.1'' E 107°24'47.1''
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    Tag: 59-63

    Sonnenaufgang:
    06:25 – 06:32 Uhr

    Sonnenuntergang:
    21:25- 21:16 Uhr

    Luftlinie:
    13.92 Km

    Tageskilometer:
    17.07 Km

    Gesamtkilometer:
    12438.86 Km

    Bodenbeschaffenheit:
    Sand / Lehm

    Temperatur – Tag (Maximum):
    26 °C

    Temperatur – Tag (Minimum):
    13 °C

    Temperatur – Nacht:
    7 °C

    Breitengrad:
    53°13’36.1“

    Längengrad:
    107°24’47.1“

    Maximale Höhe:
    690 m über dem Meer

    Maximale Tiefe:
    450 m über dem Meer

    Aufbruchzeit:
    12:00 Uhr

    Ankunftszeit:
    15:30 Uhr

    Durchschnittsgeschwindigkeit:
    9,0 Km/h

Die Tage bei Simone und Leonid vergehen wie im Flug. Ich nutze die sie, um in unserer Holzhütte über die Erlebnisse zu schreiben. In den Denkphasen blicke ich aus dem Fenster und sehe Vater Baikal. Der Wind frischt auf und schnell bilden sich weiße Wellenkämme. Möwen kreischen, schreien und rufen den ganzen Tag. Sie leben unweit von unserer Hütte auf einem vor gelagerten Felsen im See. Abends grillen wir frischen Fisch auf einem großen Feuer. Wir unterhalten uns bis in die Nacht mit Simone, Leonid und Stefan.

An einem Nachmittag kommt ein begnadeter Pianist aus Irkutsk. Simone und Leonid sind mit ihm befreundet. Er nutzt die Zeit seines Besuches, um das Klavier der beiden zu stimmen. Danach gibt er auf dem gestimmten Piano ein Konzert für Gäste. Obwohl auch wir eingeladen sind im Wohnzimmer der schönen Holzhütte den Klängen des Pianisten zu lauschen, ziehen wir es vor sein Spiel von unserer Terrasse aus zu verfolgen. Zufrieden mit unserer Welt sitzen wir da und lauschen der klassischen Musik, während wir gleichzeitig zusehen wie die glutrote Sonne hinterm Baikal versinkt.

Am Freitag wird die Banja angeheizt. Einmal in der Woche gibt es also die Möglichkeit sich mit heißem Wasser zu waschen. Tanja kocht in der Küche, die sich im alten Haus befindet, welches schon da stand als Simone und Leonid dieses Grundstück kauften. Zurzeit lebt der Motorradfahrer Stefan darin. In einem weiteren alten sehr kleinen Holzhaus wohnt Hans. Er ist pensionierter Jurist und verbringt hier seinen einmonatigen Urlaub. Letztes Jahr erlebte er einen Monat im sibirischen Winter bei Simone und Leonid. Eine Erfahrung die er nicht missen möchte.

“Wollt ihr mit zur Restauranteröffnung?”, fragt uns Simone. “Gerne”, freuen wir uns. Auf dem Weg zu der großen Holzhütte erzählt Simone, dass die junge Burjatin namens Sveta mit ihrem Mann dieses Restaurant eröffnet. ”Sveta kenne ich schon seit sie ein Kind war. Sie gehört zu den Kindern die wir unterstützten, um ihnen einen Weg in eine bessere Zukunft zu bahnen. Sie hat es geschafft dem ärmlichen, oftmals aussichtlosen Dorfleben den Rücken zu kehren. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Irkutsk. Wir haben immer davon gesprochen, dass es eine gute Idee wäre im Dorf ein Gaststätte zu eröffnen und Sveta und ihr Mann haben diese Idee jetzt in die Realität umgesetzt und sind für dieses Projekt auf die Insel zurückgekehrt.”

Als wir das burjatische Wirtshaus betreten sind schon viele Gäste da. Auf den Tischen stehen Salate, Brot und Fisch. Laute Diskomusik dröhnt durch die großen Lautsprecher. Als sie verstummt beginnen einige Frauen burjatische Lieder zu singen. Jeder hier hat viel getrunken. Das Singen gleicht einem Gegröle. Dann wird getanzt. Ein burjatischer Tanz. Die Menschen laufen Hände haltend in einem sich öffnenden und schließenden Kreis. Jedoch wird der Rest an Tradition schon wieder von der amerikanischen Diskomusik niedergebrüllt. Die alte Oma neben mir steht schwankend auf und beginnt im Rhythmus der Musik zu tanzen. Ganz alleine. Sie vergnügt sich und lacht ausgelassen. Andere Frauen gesellen sich zu ihr. Auch ein paar Männer betreten die Tanzfläche. Plötzlich stoppt die Musik erneut. Die Anlage ist ausgefallen. Alle lachen herzhaft. Eine Angetrunkene Frau hält eine lange Ansprache. Darauf wird angestoßen und gratuliert. Jeder wünscht dem Paar viel Glück, viel Erfolg und viele Gäste für ihr neues Restaurant. Es ist Mitternacht als wir uns wieder auf den Nachhauseweg begeben. Die Burjaten feiern aber noch bis zum Sonnenaufgang weiter.

Wir freuen uns über Kommentare!

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