Skip to content
Abbrechen
image description
RED EARTH EXPEDITION - Etappe 3

Besuch der Rinder

N 22°46’43,6“ E 145°26’51.6“
image description

    Tag: 198 Etappe Drei / Expeditionstage gesamt 589

    Sonnenaufgang:
    05:24

    Sonnenuntergang:
    18:49

    Luftlinie:
    24,5

    Tageskilometer:
    29

    Gesamtkilometer:
    5964 km

    Temperatur - Tag (Maximum):
    42° Grad, Sonne ca. 66°

    Temperatur - Nacht:
    17,4° Grad

    Breitengrad:
    22°46’43,6“

    Längengrad:
    145°26’51.6“

Bristel Bore-Camp — 30.11.2002

Wie jeden Tag, besonders seit dem wir die Simpson Wüste hinter uns gelassen haben, müssen wir einige Zäune überwinden. Meist finden wir Gatter der verschiedensten Art, um durch das Drahtgeflecht schreiten zu können. Meist gibt es neben den über die Wege und Straßen gezogenen Rindergittern ein Tor und manchmal bin ich gezwungen einen Zaun niederzulegen und wieder aufzubauen. Seit New Haven mussten wir ca. 181 Zaungatter öffnen und schließen und 15 Zäune umlegen und wieder aufbauen.

Gerade stehen wir wieder vor einem Grid. Weil es hier kein Gatter zu geben scheint bin ich gezwungen die Zaundrähte zu lösen, um uns einen Durchgang zu verschaffen.

Um 12:30 Uhr erreichen wir die von mir angestrebte Bristol Bore. Wir lassen uns unter den schattigen, hochgewachsenen Gidyeabäumen nieder und entladen die Kamele. Bevor wir Rufus an einen Baum ketten und seinen Maulkorb abnehmen rechen wir im Radius der Kette den Boden. Terry hat uns den alten Rechen geschenkt, um mit dazu beizutragen Rufus eine größere Überlebenschance zu geben. Erst nachdem wir die verwelkten Blätter und Gras beseitigt haben nimmt Tanja ihm den Maulkorb ab und reicht ihm eine Schüssel mit Wasser. Dankbar lässt er sich auf seine Hundedecke nieder und schlabbert die warme Flüssigkeit.

Gleich nachdem unsere Lastentiere entladen sind führen wir sie zur Bore, um sie zu tränken. Dann lassen wir sie grasen und hängen unsere Folie in die Äste, um von den durchspitzenden Sonnenstrahlen geschützt zu sein. Wir sind nicht lange alleine als uns einige Rinder besuchen. Offensichtlich ist unser Lager ihr Ruhe- und Schattenplatz. Sie kommen neugierig näher und näher, bis sie nur noch wenige Meter von uns entfernt sind. Neugierig beobachten sie die Eindringlinge. Eine Kuh schleicht sich sogar langsam an Rufus ran. Gebannt beobachten wir wie sie ihren Kopf nach unten beugt, um unseren Hund zu beschnüffeln. Für Rufus ist das dann doch zuviel. Er springt bellend auf, um sich vor dem großen Vieh hinter dem Baumstamm zu verstecken.

Während wir einen Becher Wasser nach dem anderen in uns hineinkippen fressen unsere Boys an den Gidyeas. Mit ihren langen Hälsen erreichen sie Äste an die Rinder nie herankommen. Sehnsüchtig beobachten die Kühe und Stiere wie leicht unsere Wüstentiere in diesem trockenen Land an fressen kommen. Geduldig warten sie und als der eine oder andere Ast auf den heißen Boden fällt machen sie sich hemmungslos darüber her. Hardie, dem es schon immer eine große Freude bereitet einen Ast nach dem anderen einfach abzubrechen, wird plötzlich von einem riesigen, vielleicht 1000 Kilogramm schweren Bullen beobachtet. Langsam und gemächlich schreitet der Koloss auf ihn zu. Ohne nur die geringste Notiz von Hardie zu nehmen stellt er sich direkt neben ihn und beginnt die herunter gebrochenen Äste zu fressen. Neben dem mächtigen Bullen sieht Hardie geradezu lächerlich schmal aus. Anscheinend ist ihm die unmittelbare Nähe des massigen und kolossalen Rinderanführers nicht geheuer, denn er bleibt plötzlich stocksteif stehen. „Er bewegt sich keinen Millimeter mehr,“ sage ich lachend. „Wahrscheinlich würde er sich am liebsten unsichtbar machen,“ meint Tanja ebenfalls lachend.

This site is registered on wpml.org as a development site.