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RED EARTH EXPEDITION - Etappe 3

Unsere Kamele finden neue Eltern

N 23°22’32.9“ E 150°24’01.3“
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    Tag: 270-277 Etappe Drei-Expeditionstage gesamt 661-667

    Sonnenaufgang:
    05:41-05:45

    Sonnenuntergang:
    18:40-18-35

    Gesamtkilometer:
    6980 km

    Temperatur - Tag (Maximum):
    22°-28 Grad, Sonne 40°-48°

    Temperatur - Nacht:
    20°-25°

    Breitengrad:
    23°22’32.9“

    Längengrad:
    150°24’01.3“

Paradise Lgoons-Camp — 10.02.2003 – 16.02.2003

Die Tage werden wieder schöner. Das Hochwasser zieht sich langsam zurück. Beschädigte Straßen, Zäune und andere Reparaturen werden durchgeführt. Das Kamelgehege wird trockener und unsere Jungs fühlen sich wohl.

Neben einigen Interviews versuchen wir immer noch gute Käufer für unsere Kamele zu finden. Die Tagezeitung von Rokhampton, The Morning Bulletin, hat uns dabei sehr geholfen. Ständig bekommen wir Anrufe. „Wenn ihr keinen Käufer findet können eure Jungs gerne zu uns kommen,“ bietet uns eine freundliche Stimme am Telefon an. Oder: „Was? Ein Kamel soll 3500,- Dollar kosten? Ich bekomme gut trainierte Tiere für 200,- Dollar,“ sagt ein Mann. Anscheinend weiß er nicht, dass die Tierarztkosten fürs Nasenstechen und kastrieren schon bei ca. 500,- Dollar liegen. Oder: „Ich werde auch einen Trip wie ihr machen. Ich kaufe alle Kamele und die Ausrüstung.“ „Hast du schon mal etwas mit Kamelen unternommen?“ ,frage ich. „Nein, aber das bekomme ich schon hin. Was sollen denn die Tiere kosten?“ Nachdem ich den Preis nenne ist das Interesse einer Expedition auf Null geschrumpft. „Ich melde mich wieder wenn ich das Geld zusammen habe,“ sagt der Mann und legt auf. Eine andere männliche Stimme fragt: „Habt ihr euren Hund noch?“ „Ja.“ „Ich würde gerne euren Hund haben. Er macht eine gute Figur auf dem Kamel. Ich bin mir sicher er ist ein guter Schweinejäger. Ich habe meinen Hund vor kurzem bei der Schweinejagd verloren. Ein Eber hat ich ihn aufgeschlitzt.“ „Sorry, aber Rufus wird uns nach Deutschland begleiten,“ antwortet Tanja. Eine Kinderstimme fragt: „Wir hätten gerne ein Kamel. Ich liebe Kamele und ich bin auch ganz lieb zu ihm.“ „Du kannst nicht nur ein Kamel haben. Kamele sind Herdentiere. Deshalb verkaufen wir sie nur im Paar,“ antwortet Tanja. „Oh, cool. Dann haben wir ja zwei!“ „Nun, wir würden dir gerne zwei Kamele geben aber wir können sie nicht verschenken. Wenn wir keinen Käufer finden melden wir uns wieder bei dir,“ erklärt Tanja und lässt sich die Telefonnummer vom dem Mädchen geben.

So vergehen die Tage. Wir sind wieder bei Graem Acton zum Essen eingeladen. Einer seiner einflussreichen Gäste hat Freunde in der Tierforschung. „Man wird ihnen nur alle paar Tage Blut abzapfen, ansonsten haben sie ein wunderbares Leben,“ sagt er mit freundlichem Lachen. Tanja und meine Blicke begegnen sich. Wieder ist uns klar, dass wir beide das Gleiche denken.

„Ich habe eine Freundin in Sydney die Tiere für Fernsehwerbung trainiert. Eure Kamele würden es dort sehr gut haben. Ich werde mit ihr telefonieren. Bestimmt hat sie Interesse an euren Jungs,“ sagt die Anruferin.

Tanja verlässt sich nicht auf die vielen Interessenten. Sie ist sehr aktiv und kontaktiert Kamelleute in ganz Australien. Endlich hat sie neben den bereits bestehenden Angeboten Erfolg und bekommt Kontakt zu Andrew Haper. Andrew ist einer der bekanntesten Australischen Abenteurer. Er hat vor zwei Jahren als erster Mensch den Kontinent von West nach Ost im Alleingang durchquert und viele andere Expeditionen erfolgreich abschließen können. Schon unser erstes Telefonat mit ihm ist sehr angenehm. In wenigen Tagen ist klar, dass Andrew der neue Besitzer von Istan, Jafar, Edgar, Jasper und deren passenden Sätteln wird. Wir sind zufrieden mit dieser Wahl. Andrew weiß was er macht. Er ist ein absoluter Spezialist und führt auch Expeditionen für Touristen durch. Unsere vier Jungs werden also auch in Zukunft wieder im Outback unterwegs sein und müssen sich nicht in einem Gehege zu Tode langweilen, oder müssen sich Blut abzapfen lassen oder sich mit Menschen beschäftigen die keinen Ahnung davon haben was einem Kamel gefällt.

Auch Margaret und Greg haben eine Anzahlung für Sebastian und Hardie auf unser Konto überwiesen. Es ist geplant, dass sie am 07.03.03 uns aufsuchen. Wir werden ihnen einiges über die Afghan Packsättel erklären. Auch werden wir ihnen einige Trick und Kniffe fürs Kameltraining beibringen.

Die Tage hier auf Paradise Lagoons verfliegen. Wir sind immer von morgens bis abends beschäftigt. Einmal schneide ich im Studio von Channel Neun und Win – TV einen Beitrag der in der Today Show ausgestrahlt wird. Tanja und ich geben dazu ein Interview welches in ganz Australien und Neu Seeland live zu sehen ist.

Danach suchen wir Steve Martin, den Moderator von ABC Radio auf, um mit ihm Kaffee zu trinken. Wir verstehen uns sehr gut und vereinbaren einen gemeinsames Abendessen.

Auch wenn wir mit dem kopieren und beschriften von Filmen, dem Schreiben der Updates, den Reparaturen der Sättel der täglichen Zeit die wir mit unseren Kamelen verbringen, bis über beide Ohren beschäftigt sind, ist es ein angenehmer Aufenthalt. Trotzdem wünschen wir uns diese Expedition bald abzuschließen, damit wir unsere 20.000 Kilometer weite Rundreise um Australien starten können. Wir freuen uns auf eine Zeit ohne Druck, ohne Verantwortung und ohne Verpflichtungen. Klar wird es ungeheuer schwer werden unsere Kamelkameraden zurücklassen zu müssen, doch irgendwie muss es auch ohne sie weitergehen.

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