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Moldawien/Kloster Marta si Maria

Tage im Kloster

N 46°43'59.9'' E 029°27'37.1''

Die Zeit im Kloster vergeht wie im Flug. Jeden Tag gibt es für uns Neues zu entdecken. Die Bewohner des Klosters haben uns ins Herz geschlossen. Die anfängliche Scheu ist völlig verflogen. Die Abende verbringen wir oft mit dem gegenseitigen Erzählen von Geschichten. Jede ist es wert niedergeschrieben zu werden, doch wollen wir ja auch mal wieder weiter. Vater Andrew fährt mit uns noch mal nach Chisinau. Er zeigt uns die größte Weinkollektion der Welt. In einem Tunnelsystem von 200 Kilometer Länge werden 60 Kilometer genutzt, um moldawischen Wein zu produzieren und zu lagern. Wir bestaunen Weine die schon seit 1975 dort reifen. Sie gehören zu den Topweinen der berühmten goldenen Kollektion. Selbst im Guinnessbuch der Rekorde hat dieser Megaweinkeller es auf die Titelseite gebracht.

Für zwei Tage lässt uns die Geisel der ewigen Hitze aus ihrer Umklammerung. Moldawien und wir dürfen kurz durchatmen. Jedoch hat sich das Wetter schnell wieder erholt, um uns erneut in den Schwitzkasten zu nehmen.

An manchen Tagen besucht uns Vater Andrew um sich mit uns angeregt zu unterhalten. Er erklärt den Orthodoxen Glauben, einige Details und welcher Weg der richtige zu Gott ist. Wir dürfen viel lernen. Tanja bekommt immer mehr Freunde. Nonnen und Schwestern mit denen sie während meiner Schreibtage die Zeit verbringt. Oft hilft sie Marta z. B. beim ernten von Gurken, Paprika und Tomaten. Dann hilft sie einer alten Nonne stundenlang beim Kartoffelschälen. In meinen Augen eine echte Sträflingsarbeit weil die Kartoffeln wegen der anhaltenden Hitze winzig klein sind. An manchen Tagen finde ich Tanja in der Küche. Sie hilft beim Brotbacken, filmt und fotografiert das Kuchenbacken und schreibt Rezepte für Zuhause auf. Gestern war sie in der Garage und hat die Ketten unserer Räder geputzt. Ohne Zweifel ein Indiz dafür das wir diesen für uns herrlichen, gastfreundlichen und warmherzigen Ort bald verlassen werden, um neuen Abenteuern und Begegnungen entgegen zu radeln.

Heute Morgen gehen wir wieder in die Kirche. Wir dürfen den Gottesdienst filmen und fotografieren. Eine echte Ehre für uns, da uns Vater Andrew und die Nonnen ihr Vertrauen geschenkt haben. Drei Stunden laufe ich durch das volle Gotteshaus, um die Andacht festzuhalten. Vorsichtig, um den Ablauf der Zeremonien nicht all zu sehr zu stören, fotografiere und filme ich einen christlichen Gottesdienst der uns in der westlichen Welt sehr exotisch erscheinen mag. Bald die gesamten drei Stunden singen die Nonnen im Chor oder rezitieren aus einem Buch. Die Priester, diesmal vier an der Zahl, singen und erzählen über die Geschichte von Jesus. Um 12:00 Uhr ruhen wir uns ein wenig aus und essen etwas und um 13:00 Uhr sind wir eingeladen eine Doppelhochzeit zu dokumentieren. Es ist ein anstrengender Tag denn am Nachmittag, mit den letzten warmen Sonnenstrahlen, versammeln sich dann alle Schwestern, Nonnen, Vater Andrew und der Mönchs-Priester Diodor für ein Gemeinschaftsfoto vor der kleinen Kapelle. Aufgeregt springe ich hin und her, knie mich ab, lege mich auf den Boden und nutze verschiedene Zeiten und Belichtungen, um ein perfektes Gruppenbild zustande zu bringen. Die Anwesenden werden von den noch immer grellen Sonnenstrahlen beschienen und sind gezwungen ihre Augen zusammenzukneifen. “Okay!”, rufe ich damit alle ihre Augen rechtzeitig öffnen und drücke den Auslöser. Domnina übersetzt. Zum Schluss rufen alle; “Okay!” Das Gelächter ist groß, weswegen Vater Andrew wieder zur Ordnung aufrufen muss.

Danach möchten noch viele unserer Gastgeberinnen ein Porträt mit der Obernonne Martha und Vater Andrew. Es ist Tanja und mir eine Freude ein kleines bisschen zurückgeben zu dürfen von alldem was man uns hier Gutes angetan hat.

Wir freuen uns über Kommentare!

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