Skip to content
Abbrechen
image description
RED EARTH EXPEDITION - Etappe 2

Jasper schenkt uns ein Stück seines Vertrauens

image description

    Temperatur - Tag (Maximum):
    ca. 28-30 Grad

Anna Plains Station — 17.05.2001 – 19.05.2001

Obwohl Jasper seine Laufprobleme aufgegeben hat bereitet er uns manchmal noch Schwierigkeiten. Das ist der Grund warum wir jetzt die Nasenleine einsetzen. Natürlich wehrt er sich, schreit und brüllt, spuckt und reißt seine Augen auf als wir sie an seinen Nasenpflock befestigen, doch ihm bleibt nichts anderes übrig sich daran zu gewöhnen. „Epna,“ befehle ich ihm aufzustehen und „walke up,“ loszulaufen. Als er wieder wie angewurzelt stehen bleibt, seinen Kopf zurückreißt und zur Seite abhauen möchte, halte ich ihn an der Nasenleine fest. Jasper kann es kaum glauben, denn plötzlich zieht ihn da etwas an der Nase. Sobald er einen Schritt in meine Richtung geht, lasse ich die Nasenleine locker, worauf er wieder ausbüchsen möchte. Jasper realisiert schnell, dass der unangenehme Zug aufhört, wenn er mir hinterher läuft und es dauert nicht lange, bis er mir freiwillig folgt. Nach einigen Runden durch das Trainingsgehege brechen wir mit der Laufübung ab. Tanja streichelt ihn vorsichtig. Erst am Hals. Er lässt sie gewähren, worauf ihre Hand ganz behutsam auf seine Brust wandert. Jasper scheint es zu genießen, womit er uns ein Stück Vertrauen entgegen bringt.

Edgar ist noch nicht so weit an der Brust gestreichelt zu werden. Er besitzt einen völlig anderen Charakter, ist viel nervöser und versucht immer noch zu beißen oder zu treten. Uns ist klar, dass wir dagegen dringend etwas unternehmen müssen, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis er einen von uns beiden erwischt. Immer wenn ihn etwas an seinen Hinterbeinen berührt reagiert er mit einem schnellen und heftigen Schwinger. Auch wenn wir ihm das Seil zeigen, um ihn darauf hinzuweisen sich abzusetzen, schlägt er danach aus und wir müssen nicht selten in Sicherheit springen. Jo hat uns während des gestrigen Telefonates vorgeschlagen Blechdosen und Seile an den Sattel zu hängen und zwar so, dass sie um seine Füße baumeln. „Er wird nach einiger Zeit müde danach auszuschlagen und bemerken, dass ihm keine Gefahr droht,“ hat Jo gesagt. Tanja und ich binden nun verschiedene Schnüre und Blechdosen an den Sattel, den wir gerade auf seinen Rücken gespannt haben. „Epna, fordere ich zum Aufstehen auf und bin gespannt wie er reagieren wird. Edgar steht da wie versteinert. Damit die Dosen und Seile in Bewegung geraden führe ich ihn um den einbetonierten Pflock herum, doch Edgar reagiert zu unserer Verwunderung äußerst gelassen. „Es macht den Eindruck als würden ihm die Dosen nichts ausmachen,“ stelle ich fest. „Hm, seltsam wo er sonst auf jeden Luftzug reagiert,“ meint Tanja. „Ich denke ich sollte es mal mit dem schwarzen Plastikrohr versuchen. Davor hat er bestimmt Angst und tritt es zu Schutt und Asche,“ entgegne ich. Vorsichtig berühre ich ihn dann mit dem langen Rohr an seinem Hintern und ehe ich reagieren kann knallt ein schwerer Schwinger dagegen. „Es wirkt,“ sage ich erschrocken über die Explosionskraft des Trittes. Langsam streife ich ihn jetzt mit dem Rohr an seinem hinteren Bein. „Ssschss,“ saust sein es durch die Luft. „Bin froh das ich da nicht stand,“ rufe ich. Immer wieder berühre ich ihn mit dem Rohr und siehe da Edgar wird langsamer und langsamer, bis er seine gefährlichen Schwinger einstellt. Noch mindestens 10 Minuten laufe ich um ihn herum und streiche ihn mit dem Rohr über den gesamten Körper. Edgar beobachtet mich zwar misstrauisch, aber er zeigt nach einiger Zeit keine Zeichen des Ausschlagens mehr. Die kommenden Tage gehört das Plastikrohr zu unserem Trainingsprogramm und obwohl Edgar schon am nächsten Tag nicht mehr danach schlägt wagen wir uns nicht in die Nähe seiner Hinterbeine

This site is registered on wpml.org as a development site.