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Epilog, Resümee, Weitere Pläne!

Deutschland/Nürnberg — 24.12.2006

Für mich ist das Schreiben, also die Dokumentation unserer Reise genauso wichtig wie die Reise an sich. Es ist uns wichtig die Augen und Ohren zu sein für viele Menschen die aus welchen Gründen auch immer nicht reisen können, dürfen oder wollen. Oft bin ich kurz vor dem Verzweifeln, glaube nicht mehr die Kraft aufbringen zu können, noch während der Expeditionsreise unsere Erlebnisse festzuhalten. Die Bedingungen sind nicht selten katastrophal. Doch jedes Mal wenn ein neues Kapitel geschafft ist, wenn ich die erlebten Tage wieder festgehalten habe und sie im Speicher meines Laptops gesichert sind, fühle ich mich erleichtert. Es ist als würde eine schwere Last von den Schultern fallen und gleichzeitig ist es ein Gefühl der Freiheit. Es ist ein Gefühl als wäre Körper, Geist und Seele nun bereit weitere Abenteuer und Erfahrungen aufzunehmen, sie zu inhalieren, um sie dann wieder zu bündeln, zu bündeln um später zu einem Buch verarbeitet werden zu können. Diese Dokumentation gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben. Doch was bedeutet das Bündeln von Erlebnissen, sie in Buchstaben zu verwandeln wenn es keinen interessiert? Es wäre schlimm für den der sich diese Arbeit aufgebürdet hat.

Wir sind froh über die zahlreichen Leser unserer Erlebnisse und gleichzeitig sehr dankbar. Das gibt uns Energie neue Ufer für uns zu erforschen, Energie um weiter an unserem Lebensprojekt zu schaffen. Noch mal möchten wir uns an dieser Stelle herzlich für Ihr Interesse bedanken und hoffen, dass Sie uns auch in Zukunft treu bleiben. Wir freuen uns auf jeden Fall auf ein Wiedersehen, auch wenn es nur ein imaginäres Wiedersehen ist dessen Wissen uns nicht selten die Kraft verleiht über die eine oder andere Herausforderung hinwegzukommen. DANKE!!!

Resümee

Es war ein fantastischer Trip mit Höhen und Tiefen. Nie hätten wir uns vorstellen können das Radfahren so anstrengend ist. Viele tausend Kilometer haben wir seit 1991 mit Kamelen, Pferden, Elefanten und zu Fuß zurückgelegt. Jedes mal dachten wir, dass so eine Expeditionsreise für uns persönlich an Leistung, vor allem an Eindrücken, einmaligen Erlebnissen und Erkenntnissen, nicht zu übertreffen sei. Und wieder werden wir überrascht, überrascht von einem weiteren interessanten Teil unserer Mutter Erde den wir diesmal mit den Fahrrädern erkunden. Wieder haben wir gelernt, dass man alles was man nicht kennt auf keinen Fall bewerten, beurteilen oder noch schlimmer, verurteilen darf. Dachten wir doch tatsächlich Radfahren ist entschieden leichter als Paddeln, Laufen, Elefanten- oder Kamelreiten, oder eine Karawane durch die gefährlichsten Wüsten zu navigieren. Ganz im Gegenteil zollen wir hier an dieser Stelle jeden Radler unseren Respekt. Dieser Sport wird zwar von relativ vielen Menschen betrieben ist aber in keiner Weise weniger herausfordernd, bis an die psychischen und physischen Grenzen anstrengend und nötigt manchmal Stündlich alles ab was in einem menschlichen Körper steckt.

Bisher hatten wir mit den einen oder anderen Verletzungen zu kämpfen. Gott sei Dank ist alles gut verlaufen. Tanja konnte die Blessuren ihres Sturzes ohne Folgen auskurieren. Unsere wunden Hintern und der Sehnenansatz meines Knies waren im Vergleich zu meinem Bandscheibenvorfall geradezu Lächerlichkeiten. Trotz allem haben wir unseren Mut und unsere Lust am Reisen Gott sei Dank nicht verloren.

Unsere Erfahrungen beweisen, das man so viel planen kann wie man will, meist kommt es anders als man denkt und genau darin liegt auch ein Teil des Reizes, ein Teil des Abenteuers. Wir freuen uns auf jeden Fall weitere Abenteuer erleben zu dürfen, andere Völker, deren Religionen und Länder kennen zu lernen. Wir freuen uns aber auch mehr über uns selbst zu erfahren, auf die interessante Reise in das innere unser Selbst vor allem aber darauf den Boden berühren zu dürfen, ein Teil zu sein von allem was ist und auf hoffentlich viele aufklärende Gespräche mit Mutter Erde.

Weitere Pläne!

Nun liegt der erste Teil unserer TRANS-OST-EXPEDITION hinter uns. Obwohl wir diesmal mit unseren Fahrrädern “nur” der Donau gefolgt sind, also kein spektakuläres Reiseziel wie zum Beispiel 7000 Kilometer mit den Kamelen durchs Outback Australiens oder die Durchquerung der Taklamakan, der Wüste des Todes, oder mit den Pferden durch die Mongolei, war es eine für uns spannende, erlebnisreiche, lehrreiche und tiefgehende Reise und der Auftakt zu einer außergewöhnlichen Fahrrad – Pferde – Elefanten – Expedition die ca. fünf Jahre dauern wird. Die TRANS-OST-EXPEDITION wird also einen beachtlichen Zeitteil unseres Lebensprojektes der “Großen Reise” der 30 Jährigen Expedition in Anspruch nehmen.

Nie hätten wir gedacht den zweiten Teil der TRANS-OST-EXPEDITION abbrechen zu müssen. Nie hätten wir daran geglaubt auf dem Weg zum Schwarzen Meer solchen Herausforderungen gegenüberzustehen und doch planen wir in wenigen Monaten wieder unterwegs zu sein. Wieder werden wir mit dem Zug nach Rumänien fahren, um dort unsere TRANS-OST-EXPEDITION fortzusetzen. Wir planen von Rumänien nach Moldawien, in die Ukraine, weiter durch Russland und Sibirien zu radeln. In Sibirien denken wir daran den im Winter zugefrorenen Baikalsee mit den Rädern der Länge nach zu überqueren. Dann wollen wir eine Pferdeexpedition zu den Tsataan, den Rentiermenschen an der russischen, mongolischen Grenze, unternehmen. Unser Traum wäre es mit den Nomaden einen Winter in einer Yurte zu verbringen. Danach werden wir unsere Fahrräder durch die Mongolei, das Land von Dingis Khan reiten. Weiter geht es durch das Land der Mitte, also China, und wenn es unser Schicksal erlaubt, beenden wir die TRANS-OST-EXPEDITION auf dem Rücken eines Elefanten durch Myanmar (Burma).

Tag: 25-64

Gesamtkilometer:
3047,6 Km

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