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1001 Nacht oder aufs Gefühl hören

/Kustanai — 17.07.2008

Tanja

Als ich mich in der Sauna wieder finde muss ich grinsen und schüttle gleichzeitig den Kopf. Eine von vielen Begebenheiten auf dieser Reise die mir wie in einem Märchen von 1001 Nacht vorkommt. Die alten Zuber, welche auf den Holzbänken stehen, die Frauen die sich gegenseitig helfen den Rücken zu schruppen oder Wasser gemeinsam nachfüllen.

Gut, soweit liegt der Gedanke nicht weg, dass wir in Kasachstan oder in Russland in einer Banja (Sauna) landen könnten. Auch liegt der Gedanke nicht so weit weg, in einer Jurte zu nächtigen und fermentierte Pferdemilch zu trinken. Sicherlich ist es auch eine nachvollziehbare Vorstellung sich nachts reichlich Übergeben zu müssen, weil unsere Körper die verschiedenen Bakterien nicht vertragen oder diese noch nicht gewohnt sind. Bestimmt kann es einem Japaner auf dem Christkindl Markt in Nürnberg auch seltsam im Bauch ergehen, wenn er ungewohnte Rostbratwürstchen isst und Glühwein trinkt. So gehen wir weiter, von den Grundbedürfnissen wie Essen, Schlafen, sich Waschen zu können, hin zu den verschiedenen Begebenheiten an einem Reisetag. Immer wieder aufs Neue die Komfortzone zu verlassen. Sei es eine Unterkunft die uns für ein paar Tage zum Heim wird oder das Zelt. Neuen Erlebnissen entgegen zu radeln. Immer wieder den Schritt ins Unbekannte zu gehen. Die Radreifen kreisen zu lassen und nicht zu wissen wie wohl das nächste Camp aussieht und das nächste Mal schmecken mag. Welche Menschen uns begegnen oder welche Situation auf uns wartet. Ein vielseitiges, buntes Leben welches wir natürlich auch selbst zu einem großen Maß bestimmen und lenken können. Wie wir Anderen begegnen, ob wir gute oder schlechte Laune haben. Ob wir uns die Mühe machen jemanden unsere Reiseroute zum x-ten Male zu beschreiben. Fragen die uns gestellt werden, welche für uns oftmals immer die gleichen sind genauso zu beantworten als wäre es das erste Mal. Die Menschen die uns auf unserem Weg begegnen sind nämlich immer andere.

Frisch bleiben, das Herz offen halten und auf Gott vertrauen, dass Alles in der richtigen Ordnung verläuft. So hatte ich mir an diesem Radtag wahrlich intensiv ein Bad gewünscht. In welcher Form es dann zu mir kommt, ist immer wieder eine Überraschung und dieses Mal war es eine kasachische Sauna. Pferdemilch hatte ich mir an diesem Jurtenabend übrigens nicht gewünscht. Um ehrlich zu sein war mein erstes Gefühl den Kumys nach dem ersten Schluck wegzuschütten. Trotzdem getrunken habe ich ihn dann weil ich Verschwendung nicht mag. Na ja, was dann kam wisst ihr lieben Leser ja und ich habe nun etwas in Sache Verschwendung gelernt. Was mich auch wieder in Sache Gefühl bestätigt: Wir sollten in den unterschiedlichsten Lebenslagen alle noch viel mehr darauf hören.

Sind wir Verrückt? Und wie kann so eine Reise Spaß bereiten?

Da bin ich mir ganz sicher, dass wir verrückt sind. Allerdings unterschreibe ich diese Aussage in keinem Falle wenn wir das Wort Verrückt aus dem herkömmlichen Sprachgebrauch betrachten. Verrückt bedeutet für mich nichts anders als die Lebenssituation von einer anderen Sichtweise betrachtet. Was ich eigentlich schreiben möchte ist die Tatsache, dass wir nun wirklich durch eine radioaktiv verstrahlte Gegend radeln. Selbstverständlich würden wir so etwas freiwillig nicht planen. Auch steht außer Frage hier länger ein Camp aufzuschlagen. Menschen leben hier und wissen es eventuell nicht. Reisende bewegen sich ahnungslos durch dieses Gebiet. (Bis auf die Japaner mit den Geigerzählern.) Leider kann man nicht immer Allem aus dem Weg gehen. Zu einem bestimmten Maß sind wir Menschen manchmal dazu verdonnert einiges an Giften, Strahlungen und gesundheitsschädlichen Einflüssen aushalten zu müssen. Sei es der Computer in welchen wir 8 Stunden täglich blicken oder die schlechte Sitzhaltung dabei. Nahrung die teilweise genetisch verändert ist und noch dazu mit Dünger und Gift besprüht wurde, um dann auf unserem Teller zu landen. Ausdünstungen von schlechten, billigen Teppichen und Farben in Kleidungsstücken. So sind wir Menschen immer wieder Belastungen ausgesetzt welche nicht gut und gesundheitsschädigend für uns sind. In unserer westlichen Gesellschaft haben wir noch ein wenig die Wahl und können uns zum Beispiel Kleidung ohne giftige Farbstoffe und gute Bürostühle leisten.

Auf unserer Reise sind wir oftmals Situationen, Begebenheiten, Anstrengungen, unangenehmen Schlafplätzen, schlechter Nahrung und mehr ausgesetzt, welche wir in dieser Form nicht wählen würden. Teilweise mag sich das sehr Abenteuerlich lesen. Sicherlich kommt da auch die Frage auf wie solch eine Reise Spaß bereiten kann? Mit der richtigen Einstellung, mit Humor und der Freude an Erlebnissen die jeden Tag neu sind. Die Dankbarkeit zu haben über verschiedene Völker berichten zu dürfen und sie zu verbinden. Es bereitet mir Freude zu radeln und es ist so viel Platz am Horizont, dass die Augen nicht anstoßen. Die Seele geht fliegen und je länger wir in die Pedale treten umso mehr Ruhe, Ausgeglichenheit und tiefe Zufriedenheit kommt in die Gedanken.

In den letzten Kapiteln hat Denis so einiges über den Zustand unserer Mutter Erde geschrieben und wie wir Menschen die Ressourcen gnadenlos nutzen als hätten wir noch zehn Erden auf Vorrat. Das haben wir nicht und wir müssen etwas tun:

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