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Rasende Wohnmobilfahrer


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„Ahhh!“, entfährt mir ein Schrei des Schreckens, als auf einer schmalen Straße eines der zahlreichen Wohnmobile an uns vorbeidonnert und unseren linken Außenspiegel nur um wenige Zentimeter verfehlt. „Nicht zu fassen. Der hat doch seine Fahrweise nie im Griff gehabt“, verschaffe ich mir fluchend Luft. „Gut, dass du so langsam gefahren bist“, sagt Tanja. Wir sind überrascht, welch irrer Wohnwagenverkehr auf Norwegens Straßen herrscht. Einige der Urlauber fahren ihr großes Mobil, als hätten sie ihr ganzes Leben nichts anderes gemacht. Zumindest könnte man das glauben, wenn sie mit viel zu hoher Geschwindigkeit durch Baustellen, über schlechte, schmale Landstraßen und um enge Kurven brechen. Nicht nur einmal am Tag erleben wir eine brenzlige Situation. „Das liegt daran, dass so mancher Tourist sich so ein großes Schlachtross extra für den Urlaub ausleiht, ohne jemals so ein Ding gefahren zu haben“, erzählt uns ein Tankwart. „Das erklärt so einiges“, sage ich zu Tanja, als wir wenig später über einen unbefestigten Baustellenabschnitt fahren und ein Reisemobil direkt vor unseren Augen mit dem Heck auf einen Stein aufsetzt. Der Wagenlenker scheint davon nichts bemerkt zu haben, denn er fährt einfach weiter. Auch wenn wir hier in einem hoch zivilisierten Reiseland unterwegs sind, müssen wir, in der Hauptsaison, mit der Unwissenheit und Blauäugigkeit der zahlreichen Selbstfahrer rechnen. Laut Statistik wurde Norwegen im Jahr 2017 von 6,25 Millionen Touristen besucht. Das sind 1,2 Touristen pro Einwohner. Norwegen setzte alleine mit dem Tourismus 5,77 Milliarden Euro im Jahr um.

Mit noch mehr Achtsamkeit als vorher unterwegs genießen wir ein Land das uns mit seiner Schönheit regelrecht überschüttet. „Halt da bitte mal an!“, sagt Tanja, kaum dass wir unseren Campplatz verlassen haben. Wir nutzen die Pause, um mit Ajaci am Ufer eines rauschenden Flusses spazieren zu gehen. Der Sommer in Norwegen scheint hier regelrecht zu explodieren. Insekten schwirren durch die angenehm warme Luft. Blumen strecken ihre bunten Blütenkelche der Sonne entgegen, um ihren Nektar, an alles was fliegt und krabbelt, im Überfluss zu verschenken. Während ich versuche, die Pracht mit meinem Foto festzuhalten setzt sich Ajaci auf einen Felsen und wartet geduldig. Die einzelnen Flecken sind derart schön, dass wir am liebsten einen Tag bleiben würden, um sie zu genießen. Aber, wir haben ein Ziel und fahren weiter, immer in Richtung Norden zum Kap...


(Zur größeren Ansicht und für die Bildunterschrift in das Bild hineinklicken)

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Tag: 12

Land:
Norwegen

Tageskilometer:
290 km

Gesamtkilometer:
2786 km

Luftlinie:
234

Durchschn. Geschwindigkeit
58 kmh

Fahrzeit:
7 Std.

Bodenbeschaffenheit:
Asphalt

Maximale Höhe:
200 m

Sonnenaufgang:
02:46 Uhr

Sonnenuntergang:
23:38 Uhr

Temperatur Tag max:
21°

Temperatur Tag min:
17°

Temperatur Nacht:
13°

Aufbruch:
11:30 Uhr

Ankunftszeit:
Uhr 18:36 Uhr