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Grenzzäune bisher kein großes Hindernis

wergen-Stadt-Camp — 11.07.2002

Die Medizin die wir Hardie geben scheint zu wirken. Er verhält sich entschieden ruhiger als sonst. Ohne Zwischenfälle durchschreiten wir das Spinifexgrasland. Als hätte eine überdimensional große Zunge über das Land geleckt hat das Buschfeuer spuren in die ebene gefressen denen wir folgen können. Oft habe ich über die vielen von Menschen angezündeten Feuer geschimpft aber in diesem Fall verschaffen uns die Folgen des Buschbrandes große Erleichterung. Dann erreichen wir den von mir vermuteten Grenzzaun. Ich husche die Karawane nieder, schnappe mir die Schaufel von Jaspers Sattel und grabe einen Zaunpfosten aus. Schnell ist der Zaun umgelegt und unsere Tiere überschreiten ihn in alt bewehrter Weise. Wie ich schon erklärte, mussten wir vor bald zwei Jahren viele solcher Hindernisse überqueren. Meist habe ich darüber gejammert aber das gestrige Walderlebnis steckt mir noch immer in den Knochen und so ein Zäunchen ist nichts dagegen.

Wir folgen einem zugewachsenem Pfad und erreichen einen weiteren Grenzzaun. „Hm, weiß nicht wo ich den Pfosten ausgraben soll?“ grüble ich laut. Warum versuchtst du nicht die Drähte dort aufzubiegen?“ ,fragt Tanja. Ich untersuche gerade ihren Vorschlag als wir tiefes Motorengedonner hören. „Da kommt ein Roadtrain direkt auf uns zu,“ meine ich verblüfft auf eine sich uns nähernde gigantische Staubwolke deutend. Gebannt beobachten wir wie sich der König der Straßen schnell nähert. Nur 150 Meter vor uns zwingt ihn eine Kurve in eine andere Richtung. „Es war definitiv kein Lastzug einer Station,“ stelle ich fest. „Ich weiß nicht was ein Rodtrain hier macht aber wenn mich nicht alles täuscht kann das nur der Sandover Highway sein,“ vermute ich und werfe einen Blick in die Karte. Obwohl ich die Koordinaten geprüft hatte stelle ich jetzt fest, dass sich mir ein Zahlendreher untergeschmuggelt hat. Ohne Zweifel, das ist der Sandover,“ sage ich freudig, denn durch meinen Fehler hätte ich ihn erst in 5 Kilometer erwartet.

Wie Tanja vorgeschlagen hat biege ich die Zaundrähte auf, um unsere Jungs auf die andere Seite zu bringen. Nachdem ich den Zaun wieder in seinen Urzustand versetzt habe überqueren wir schnell den Highway der hier nur eine breite Staubpiste ist. Auf der anderen Seite überwinden wir einen weiteren Grenzzaun und befinden uns wieder mitten im Spinifexgrasland. Im Zickzack schreiten unsere Kamele durch eine Großstadt von Termitenbehausungen. So weit das Auge reicht ragen die rotbraunen Türme in den Himmel. Es müssen Milliarden von Termiten sein die in diesem Land ungestört leben. Von Rindern ist hier allerdings nichts zu sehen. Eine Ahnung lässt mich vermuten das auch die Spinifex Bore kein Wasser mehr fördert.

Als wir dann wieder unsere Tiere abladen freuen wir uns über Hardies Sattel der sich stark gesetzt hat und unsere gestrige Aktion doch mit dem gewünschten Erfolg belohnt. Er reagiert kaum noch auf die Druckstellen weil der Sattel offensichtlich nicht mehr auf die gleichen Stellen drückt wie vorher.

Tag: 56 Etappe Drei / Expeditionstage gesamt 447

Sonnenaufgang:
07:15

Sonnenuntergang:
18:04

Luftlinie:
19,4

Tageskilometer:
21

Temperatur - Tag (Maximum):
25 Grad / nachts minus 3,5 Grad

Breitengrad:
22°44’13.9’’

Längengrad:
133°53’51.3’’

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