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Ich bin froh über das Leben, welches uns bisher soviel zu bieten hatte

Babbler Bore-Camp — 20.06.2002 - 21.06.2002

Die Sättel sind fertig. Ich habe noch eine Halterung für die Eimer gebaut, eine Querstrebe für das zweite Solarpaddel eingezogen, die Hanfseile an Sebastians Satteltaschen und alle Spanngummis erneuert. Auch mussten die Sattelpolster neu geklopft werden, um das Stroh zu lockern und vieles mehr.

Jetzt steht dem Aufbruch am Samstagmorgen nichts mehr im Wege. Wir haben heute noch mal mit Jo & Tom eine Zeit für den Funkkontakt am nächsten Freitag ausgemacht und blicken dem morgigen Tag mit Zuversicht aber auch etwas nervös entgegen. Werden Jasper und Edgar ihre Sättel akzeptieren? Ob sie wilde Bocksprünge veranstalten? Ob sie versuchen sich mit der gesamten Ladung im Dreck zu wälzen? Haben wir gleich während der ersten Kilometer Kontakt mit wilden Kamelbullen? .Wir wissen es nicht und beten für einen ruhigen Start. Auch hoffen wir innig diesmal nicht soviel Schwierigkeiten mit unseren Sätteln zu haben wie auf den letzten 4000 Kilometern. Zumindest haben wir alles Menschenmögliche getan, um eine reibungslose Reise genießen zu können.

Mit einem weinenden Auge verlassen wir diesen wunderschönen Ort der für bald 50 Jahre von einem wunderbaren Menschen gepflegt und behütet wurde. Es ist Zeit sich von Alex und seinem New Haven zu verabschieden. Wir wissen nicht ob wir diesen humorvollen, hilfsbereiten und herzensguten Menschen noch mal sehen.

Es ist bereits 16 Uhr 30. Tanja sucht gerade unsere Jungs, um sie heute zum letzten Mal zu diesem traumhaften Campplatz zu bringen. Wir werden diese Zeit, die uns unvergessliche Erlebnisse geschenkt hat, nie mehr vergessen und auf immer und ewig in unserem Herzen tragen. Ohne Zweifel war es einer der besten Farmaufenthalte der gesamten bisherigen Reise.

Wenn Tanja die Kamele angebunden hat werden wir für die kommende Laufwoche Brot backen. Auch tragen wir unser gesamtes Habe zu den fein säuberlich aufgereihten Sätteln. Wir müssen noch jeden Ortliebsack und Fjällrävenrucksack mit einer Federwaage wiegen damit sich das Gewicht der linken und rechten Satteltaschen bis aufs Kilogramm gleicht. Es ist ein eigenartiges Gefühl mit dem ich mich in diesem Moment herumschlage. Ein Gefühl zwischen Freude, Erwartung, ein bisschen Angst, Unsicherheit, Entdeckungsdrang und Neuem. Ich bin froh hier draußen zu sein und freue mich über das Leben, welches uns bisher soviel zu bieten hat.

Wir freuen uns über Kommentare!

Tag: 35-36 Etappe Drei

Sonnenaufgang:
07:24

Sonnenuntergang:
18:08

Temperatur - Tag (Maximum):
26 Grad / nachts minus 2 Grad

Breitengrad:
22°54’44.5’’

Längengrad:
131°20’04.3’’