« Zurück       Weiter »

Besprechung der Expeditionsroute

Babbler Bore-Camp — 19.06.2002

Am Nachmittag kommt Alex vorbei, um zu sehen wie weit wir mit unserer Arbeit sind. „Ich wollte mit euch nur die Route der nächsten 300 Kilometer besprechen,“ sagt er freundlich wie immer. Wir setzen uns in den Schatten des Baumes, den ich tagsüber auch zum Schreiben nutze, breiten die Karten aus und hören Alex aufmerksam bei seiner Wegebeschreibung zu. „Am besten ihr folgt dem schmalen Track von hier in Richtung Nordosten. Da oben, beim Wartunpunya Waterhole kommt ihr durch die Schlucht des Siddeley Range. Dann geht es immer geradeaus bis ihr auf dem Haupttrack seid.“ „Könnten wir nicht schon vorher nach Osten abbiegen, um diesen kleinen Weg zu folgen? Das würde uns mindestens 15 Kilometer einsparen,“ unterbreche ich ihn auf eine gestrichelte dünne Linie in der Karte deutend. „Hm, das ist der alte Weg. Er wird sehr selten benutzt aber wenn du möchtest,“ plaudert er und fährt mit seiner Beschreibung fort. Denkt daran, dass das Wasser der gesamten Bohrlöcher und Windmühlen von hier bis zur Cabbage Tree Bore für Menschen ungenießbar ist. Das sind… ca. 160 Kilometer. Wie viel Wasser braucht ihr am Tag?“ „Bei diesem Wetter… 10 Liter. Was meinst du Tanja?“ „Mit 15 Liter wären wir auf der sicheren Seite,“ antwortet sie. 

„Wenn wir in vier Tagen 100 Kilometer laufen, unsere Schreib und Interviewtage dazurechnen, benötigen wir ca. neun bis zehn Tage bis zur Wasserstelle. Hm, ist kein leichter Start. Das bedeutet Edgar muss mindestens 150 bis 160 Liter Wasser tragen.“ „Der arme Edgar. Wir sollten schauen ob wir ihm nur 100 Liter laden und den Rest auf die anderen verteilen,“ wirft Tanja ein. „Bei der Gewichtverteilung kann ich euch leider nicht helfen,“ meint Alex und sein von der vielen Arbeit aufgesprungener Zeigefinger fährt weiter über die im Wind flatternde Karte.

„Wenn ihr den Stuart Highway überquert müsst ihr an diesem Zaun ca. fünf bis sieben Kilometer nach Nordosten laufen. Ich weiß nicht ob er noch steht, war schon lange nicht mehr dort. Dann kommt ihr zum Allungra Waterhole. Das Wasser dort dürfte etwas schlammig sein aber so viel ich weiß ist es drink bar. Von dem Wasserloch geht ihr in Richtung Süden wo ihr auf dem Plenty Highway trefft. Von da an kann ich euch nicht mehr weiterhelfen. Ach ja, es ist eventuell ratsam mit diesen Stationleuten keinen Kontakt aufzunehmen. Die sind etwas seltsam,“ warnt er und sein schwieliger Finger kreist über einer Homestead. „Die Menschen auf Mount Riddock Homestead sind allerdings sehr nett. Bis dahin sind es ca. 300 oder 350 Kilometer. Von dort kommt ihr in Wüstenland,“ endet er seine Erklärung mit ein paar fahrigen Handbewegungen über der Karte.

Bevor Alex uns wieder verlässt laden wir noch den Sattel von Max und ein paar andere Dinge die wir einsparen auf die Ute. (Jeep mit Ladefläche auf Australisch) „Vielleicht komme ich vor eurem Aufbruch noch mal vorbei,“ ruft er winkend und verschwindet im Sonnenuntergang.

Wir freuen uns über Kommentare!

Tag: 34 Etappe Drei

Sonnenaufgang:
07:24

Sonnenuntergang:
18:08

Temperatur - Tag (Maximum):
27 Grad / Nachts minus 3 Grad

Breitengrad:
22°54’44.5’’

Längengrad:
131°20’04.3’’