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Stolz erhebt sie ihren Kopf

New Haven-Camp — 30.05.2002

Gegen Mitternacht kommt Alex von Alice Spring zurück. Am nächsten Morgen helfen wir ihm alle zusammen seinen Lastwagen zu entladen. Reifen, Autobatterien, Holzbohlen für den Boden einer Tierladerampe, fünf 200 Literfässer mit Diesel, ein repariertes Radlager für den Tiertransporter, Stahlfelgen, Werkzeuge, Eisengitter für weitere Grillflächen und einiges mehr gehen durch die helfenden Hände. „Was kann ich noch tun?“ fragt Tanja nachdem der Lastwagen entladen ist. „Komm her,“ ruft sie Alex der auf der riesigen Räummaschine sitzt die Ross mit 200 Liter Diesel gerade vollgetankt hat. Gehorsam klettert Tanja zu ihm ins Führerhaus. Von unten bekomme ich mit wie Alex ihr erklärt wie man die Monstermaschine anlässt. Bruuummm, scheppert es in unseren Ohren. Der Boden zittert leicht als Tanja zu meiner völligen Verblüffung die schwere Maschine losfahren lässt. Sofort rase ich zu unserem Camp, um die Filmkamera zu holen. Langsam rangiert sie dann unter der Anweisung von Alex den Metallgiganten rückwärts, so dass er nur wenige Zentimeter neben der Ladefläche des Lastwagen zum stehen kommt. Dann dreht sie den Zündschlüssel wieder herum und der starke Motor verstummt. Stolz, mit erhobenen Kopf und schüchtern lächelnd, verlässt sie das Führerhaus.

Den Nachmittag verbringe ich wieder beim Schnitzen und Tanja mit ihrer Näharbeit. Als es dunkel wird habe ich meinen ersten Sattelrahmen mit selbst bearbeiteten und geschnittenen Hölzern fertig gestellt. Beim Feuermachen kann ich es nicht lassen immer wieder einen stolzen Blick auf meine Arbeit zu werfen. Ich empfinde eine wohlige Zufriedenheit obwohl es viel Mühe gekostet hat.

Tanja kocht uns dann einen leckeren Gemüseeintopf. Ich backe seit langem einmal wieder Brot. Als unser gut duftendes Mahl fertig ist tragen wir es zu Alex in die Wohnscheune und laden ihn zum Essen ein. Da es in der Scheune keine Feuerstelle gibt und die Temperaturen draußen nicht selten unter Null fallen sitzen wir frierend da und lassen uns den Eintopf schmecken. Alex erzählt uns von früheren Zeiten. Von den Aborigines als die Welt hier draußen noch in Ordnung war und davon, dass man als Jackeroo von früh morgens bis spät abends kein Wasser getrunken hat. „Wie ihr mit Sicherheit selbst wisst kann sich der Körper an wenig Wasser gewöhnen. Wir haben uns nie mit zuviel Wasser verwöhnt, denn oft gab es kaum etwas zu trinken. Auf diese Weise war es mir möglich den ganzen Tag ohne Flüssigkeitszufuhr, und wenn es noch so heiß war, zu arbeiten.“ Kuckuck! Kuckuck! Ruft der aus Holz geschnitzte Vogel und sagt uns, dass es Zeit ist in unser kleines Zelt zu gehen.

Wir freuen uns über Kommentare!

Tag: 14 Etappe Drei

Sonnenaufgang:
07:17

Sonnenuntergang:
18:08

Temperatur - Tag (Maximum):
20 Grad

Breitengrad:
22°43’24.2’’

Längengrad:
131°10’00.0’’