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Die Nullabor Ebene

Eucla-Camp — 06.05.2002

Um 9 Uhr setzen wir unsere Reise auf dem Eyre Highway fort. Wir kommen gut voran. Der Motor des betagten Ford klingt gesund und dröhnt zufrieden vor sich hin. Emus suchen direkt neben der Straße nach Fressbarem und immer wieder kommen wir an großen, toten Kängurus vorbei die beim Versuch den tödlichen Asphaltstreifen zu überqueren von einem der Roadtrains erfasst wurden.

Seit Stunden fahren wir durch die mit niedrigen Pflanzen bewachsene Nullabor Ebene. Der Name kommt nicht von den Aborigines sonder von dem lateinischem Wort nullus arbor und heißt nichts anderes als baumlos.

Die Nullabor Ebene ist eine in ihrer Art einzigartige und unzerstörte Wildnis und ihre Durchquerung gilt als eine der schönsten und interessantesten Autoreisen unserer Erde. Obwohl die sich kaum verändernde Landschaft eintönig wirken kann hat sie ohne Zweifel ihren Reiz und eine ungewöhnliche Ausstrahlung.

In einer Broschüre lese ich, dass die Ebene aus dem größten zusammenhängenden Sandsteinfels unsere Erde besteht, der die gewaltigen Ausmaße von 250.000 Quadratkilometer umfasst. Anders ausgedrückt ist der Sandstein so groß wie England, Holland, Belgien und die Schweiz, wobei immer noch die Kleinigkeit von 7000 Quadratkilometer übrig bleibt. Die Ebene hat sich vor 50 Millionen Jahren gebildet, also zur gleichen Zeit als sich Australien von Antartica löste.

Wir lassen uns den heißen Fahrtwind um die Ohren wehen und blicken über das uralte Land welches im Norden von der großen Victoriawüste und im Süden vom Ozean begrenzt wird.

An der Raststätte Cocklebiddy legen wir einen kurzen Stop ein. Um unseren Hunger zu stillen kaufen wir uns eine Gemüserolle und setzen wenig später unsere Fahrt fort. „Die schmeckt ja scheußlich,“ sagt Tanja angewidert und hört nach wenigen bissen das Essen auf. Mir knurrt jedoch derart der Magen, dass ich nicht auf die Warnsignale hören möchte und das wirklich schlecht schmeckende Ding in mich hineinwürge. Es dauert nur ca. 30 Minuten, bis ich mich hundeelend fühle. Die nächsten Stunden bekomme ich nicht viel mit von der Schönheit dieser Erde, denn Bauchweh und Kopfschmerzen zeugen eindeutig von einer leichten Lebensmittelvergiftung. „Wir hätten einen dieser Fleischpastete essen sollen. Hier draußen gibt es bestimmt nicht viel Vegetarier und wer weiß schon wie viele Wochen die Gemüserolle täglich von neuem aufgewärmt wurde,“ stellt Tanja fest, worauf es mir noch schlechter geht.

In Eucla, nur wenige Kilometer vor der Grenze nach Südaustralien, suchen wir einen wunderschönen Campingplatz auf, um mal wieder eine heiße Dusche genießen zu können.

Wir freuen uns über Kommentare!

Sonnenaufgang:
07:29

Sonnenuntergang:
18:13

Luftlinie:
519 Fahrt 550 Km

Temperatur - Tag (Maximum):
30 Grad

Breitengrad:
31°40’43.3’’

Längengrad:
128°52’55.6’’