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Auf dem Eyre Highway

Schotter Lichtungs-Camp — 05.05.2002

Die ersten jungfräulichen Sonnenstrahlen schimmern durch das Buschwerk und lassen die noch blassen Schatten auf dem Zelttuch tanzen. Mit schläfrigen Augen folge ich dem Lichtspiel und lausche den Papageien und Sittichen bei ihrem Gezeter und Geschimpfe. In riesigen Scharen besetzen sie einen der Bäume neben unserem Camp. Ein fremdes Geräusch oder das durch einen Luftzug verursachte Rascheln der Blätter lässt sie plötzlich auffliegen, nur um sich Sekunden später in einem anderen Eukalyptusbaum niederzulassen.

Wenig später krabbeln wir aus unseren Schlafsäcken und während Tanja das Frühstück bereitet, tippe ich wieder in den Laptop. Gegen Mittag sende ich unsere Geschichte in den Satellitenhimmel und hoffe, dass sie ohne Verzögerung in unserer Webseite erscheint.

Damit wir heute wenigstens noch ein paar Kilometer vorankommen, packen wir mittags schnell den Rest des Camps zusammen und verlassen den schmalen Buschweg. Schon am frühen Nachmittag biegen wir bei Norseman wieder in Richtung Osten ab und folgen die nächsten 1700 Kilometer dem Eyre Highway. Ab jetzt gibt es nur noch alle 150 bis 200 Kilometer eine Tankstelle. Es ist also wichtig jede Gelegenheit zu nutzen den Tank aufzufüllen, um nicht irgendwo auf der endlose Strecke liegen zu bleiben. Auch ist es bei solchen langen Fahrten nötig einige Ersatzteile mitzuführen wie zum Beispiel Kühlschläuche, Keilriemen, Sicherungen, Zündkerzen, gute Ersatzreifen, Ersatzbenzinkanister und andere Kleinigkeiten. „Ich bin froh, dass ich unseren alten Ford vor dieser Reise noch mal richtig überprüfen ließ,“ sage ich zu Tanja während ich auf die beeindruckende Ebene blicke. „Ja, wäre nicht gut hier eine Panne zu haben,“ antwortet sie versonnen.

Obwohl wir erst 3 ½ Stunden im Auto sitzen suchen wir einen Platz für die Nacht. Große Hinweisschilder warnen uns vor wilden Kamelen, Emus, Kängurus und Wombatse die jeder Zeit den Highway überqueren können. Gerade in der Dämmerung oder nachts kann man die Tiere leicht übersehen. Ein Zusammenstoß mit einem 1000 Kilogramm schweren Kamelbullen hätte tödliche oder zumindest fatale Folgen. Aber selbst wenn uns ein 1,80 Meter großes Känguru vor den Kühler springt kann die Reise ein schlimmes Ende nehmen. „Da ist einer!“ ,ruft Tanja und deutet nach links. Sofort bremse ich unser schwer beladenes Auto ab, wende und biege in den kaum sichtbaren Pfad ein den Tanjas wachsame Augen entdeckt haben. Nach wenigen hundert Metern stehen wir auf einer großen Lichtung. „Sieht so aus als hätten hier Straßenarbeiter für den Highwaybau den Schotter geholt,“ meine ich und parke den Ford auf einer geraden Fläche.

Wie gestern Nacht erleuchten gleißende Blitze den bewölkten Abendhimmel. „Meinst du es wird heute Nacht regnen?“ ,fragt Tanja. Als würde ihr der Himmel antworten vernehmen wir ein fernes Grollen. Ich prüfe den Stand des Barometers an meiner Uhr, studiere die Flugrichtung der Wolken und antworte etwas unsicher: „Keine Ahnung, wenn wir Glück haben sind das nur die Vorboten des Winterregens und wir bleiben wie die letzten Tage verschont.

Wir freuen uns über Kommentare!

Sonnenaufgang:
06:27

Sonnenuntergang:
17:13

Luftlinie:
199 Fahrt 257 Km

Temperatur - Tag (Maximum):
31 Grad

Breitengrad:
32°15’01.1’’

Längengrad:
123°25’46.6’’