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Endgültiger Aufbruch?

Wundowie — 07.05.2000 - 11.05.2000

Wir führen heute noch einmal einen abschließenden Test mit den neuen Sätteln durch und sind froh, dass unsere Kamele sie akzeptieren.

Als wir dann am Montag den 08.05.00 endlich aufbrechen wollen zieht eine Schlechtwetterfront mit anhaltenden Regenfällen auf. Wieder verschieben wir unseren Aufbruch und warten auf besseres Wetter. Ein Fotograf der Tageszeitung Western Australien kommt vorbei und macht einige Aufnahmen.

Die Radiostation Drippel J ruft an und fragt nach dem endgültigen Aufbruchtermin. Auch einige ABC Stationen, der Fernsehsender Channel 31 und Radio Gong, Radio Berlin und andere deutsche Stationen rufen an. Irgendwie stehen wir jetzt unter Druck, doch das Wetter ist extrem schlecht.

Jo hat ihre Nähmaschine in der Scheune aufgebaut und näht noch einige Kleinigkeiten, während Tanja ebenfalls mit Nadel und Faden bewaffnet das Ebenbild des fleißigen Schneiderleins abgibt.

Wir nutzen die verregneten kalten Tage um die letzten Riemen zu nähen, den Wohnwagen unter ein Wellblechdach zu fahren und alles was wir nicht auf dem Trip nehmen in Jo und Toms Anhänger zu laden. Es ist ein eigenartiges Gefühl den Wohnwagen so leer unter dem Dach stehen zu sehen. Er war über ein halbes Jahr unser Zuhause und jetzt liegt unser ganzer Haushalt im Freien herum und wird nass. Ein Gefühl der Heimatlosigkeit beschleicht mich und vor allem ein wenig Angst. In wenigen Tagen werden wir nur noch eine für uns unbekannte Buschlandschaft und den Sternenhimmel unser Zuhause nennen können und ich hoffe innigst, dass wir dieses Leben in freier Natur wieder lieben werden.

Die kalten Abende ohne Dach überm Kopf verbringen wir bei unseren Freunden und Gastgebern Melinda und Phill. Sie laden uns zum Abendessen ein und bei den ausführlichen Gesprächen scherzen wir mittlerweile über den ausbleibenden Aufbruch. “Wenn es nicht bald los geht verliere ich den Glauben an dieser Expedition!” Sage ich. “Vielleicht sollten wir uns doch noch eine Allradfahrzeug kaufen und die ganze Sache bequemer und sicherer angehen,” füge ich noch scherzend hinzu, obwohl mir eher zum weinen zu mute ist.

Wir freuen uns über Kommentare!