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Unsere feuchte Pilzburg

Paradise Lagoons-Camp — 01.03.2003 - 03.03.2003

Seit Tagen regnet es wieder ohne Unterbrechung. Es dauert nicht lange, bis sich der Wasserpegel wieder hebt und alles ertrinken lässt. Unsere Tiere leiden. Sie werden von Moskitos gequält die in Millionenstärke über sie herfallen. Insekten flattern um unser Zelt und tausende von Käfern haben es zu ihrer Rettungsburg erkoren. Nachts laufen wir hoch konzentriert durch das unangenehm nasse und hohe Gras. Im Schein der Taschenlampe suchen wir den Grund nach Schlangen ab. Leicht kann man unter diesen Bedingungen auf sie treten und gebissen werden.

Im Inneren unseres Zeltes ist es klamm. Alles ist feucht. Die tropischen Temperaturen haben überall Pilze wachsen lassen. Auch macht sich der Schimmelpilz unter den Isolationsmatten breit. Es riecht modrig. Müde lassen wir uns auf die ungemütliche Bettstatt nieder. Die Regentropfen bearbeiten die Zeltwand unaufhörlich. Starker Wind lässt das Tuch Flattern und knattern. Mit offenen Augen liege ich in diesem Pilzbunker und sehne mich nach einem richtigen Bett, einer schönen Dusche und dem Ende dieses scheußlichen Wetters. Langsam werden meine Augen schwer als mich plötzlich Tanjas Stimme nach oben fahren lässt. „Schlange! Da ist eine Schlange!“ ,ruft sie. Mit wild pochendem Herzen sitze ich hellwach da. „Wo? Wo ist sie?“ ,frage ich. „An der Zeltwand. Da am Moskitonetz,“ flüstert Tanja. „Wo ist die Taschenlampe?“ ,frage ich vor Schreck erstarrt. „Keine Ahnung.“ Langsam taste ich in der Finsternis der Nacht hinter meinem Kopfkissen herum, bis ich sie endlich greife. Ich schalte sie ein und leuchte durch das Moskitonetz. „Ich kann sie nicht sehen.“ „Sie muss auf dem Dach sein,“ antworte. Schaudernd berühre ich mit der Lampe den Stoff über uns. Sollte da wirklich eine Schlange sein könnte sie ohne Schwierigkeiten glatt durch den dünnen Stoff beißen. Dann höre ich es plötzlich rascheln. Sofort reiße ich die Lampe herum und lasse ihren Strahl in Richtung des Geräusches durch das Moskitonetz blitzen. Der Reißverschluss des Außenzeltes steht offen. Dadurch kann der Wind den Stoff flattern lassen, weshalb er gegen das Innenzelt schabt. Bei jeder Böe gleitet der Stoff am Innenzelt entlang und man benötigt nicht viel Fantasie, um ihn bei der Dunkelheit mit einer Schlange zu verwechseln. „Mensch Tanja. Du hast bei dem Regen den Eingangsreißverschluss offen gelassen. Es ist keine Schlange, es ist der Stoff der Tür,“ sage ich erleichtert.

Wieder legen wir uns ab. Unsere Herzen pochen noch ein wenig nach, bis sich endlich wieder die Müdigkeit breit macht. „Ich glaube wir sollten wieder ins Haus ziehen,“ flüstere ich. „Aber da gibt es unzählige Moskitos,“ antwortet Tanja. „Stimmt. Wir müssen uns halt mit Moskitomittel einreiben.“ „Du hast recht, wir sollten morgen umziehen.“ „Hm, das Einzige sind die Ringer. Sie werden uns durch ihr ewiges Videogamespielen wenig schlaf gönnen.“ „Na ja, besser als diese Pilzburg ist es dort allemal,“ antwortet Tanja leise.

Wir freuen uns über Kommentare!

Tag: 289-291 Etappe Drei-Expeditionstage gesamt 680-682

Sonnenaufgang:
05:52-05:54

Sonnenuntergang:
18:29-18:27

Gesamtkilometer:
6980 km

Temperatur - Tag (Maximum):
22°-31 Grad, Sonne 40°-50°

Temperatur - Nacht:
20°-25°

Breitengrad:
23°22’32.9“

Längengrad:
150°24’01.3“