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Unerwarteter Empfang

Clermont-Camp — 23.12.2002

Am Randbezirk von Clermont halten immer wieder Autos, um uns zu fragen wohin wir gehen, woher wir kommen und warum wir mit Kamelen unterwegs sind? Viele wünschen uns frohe Weihnachten und viele haben schon im Radio von unserer Expedition gehört. Wir sind in bester Stimmung als wir das Gregory Highway Roadhouse erreichen. Ich führe die Karawane an der Tankstelle, den Roadtrains und Autos vorbei. Die Menschen winken uns zu, gratulieren uns zu unserem bisherigen Erfolg und viele holen schnell ihre Kameras, um ein paar Bilder zu schießen. Direkt neben dem Roadhouse husche ich unsere treuen Tiere ab. Vor einer Woche vereinbarten wir mit John Wilkinson, dass wir ihn von hier aus anrufen sollen. „Ich werde euch von dort abholen,“ versprach er. „Ich versuche ihn zu erreichen,“ sage ich zu Tanja und gehe in die Tankstelle. „Wir haben schon lange auf die Ankunft eurer Karawane gewartet,“ sagt mir die Besitzerin. Wir wechseln ein paar Worte, dann wähle ich Johns Nummer. „Wilkinson?“ ,meldet sich seine freundliche Stimme. „Ah hallo John. Schön das du Zuhause bist.“ „Hallo Denis! Wo seid ihr?“ „Wir sind da. Wir sind am Gregory Highway Roadhouse,” antworte ich freudig. John erklärt mir den Weg zu dem Gelände in dem wir unsere Kamele über die Feiertage unterstellen können. „Ich hole euch dann von dort ab,“ sagt er lachend.

„Ich zeige dir einen ruhigen Weg durch den Wald. Dann braucht ihr mit euren Kamelen nicht durch die Stadt laufen,“ bietet mir Dale Roberts, der Besitzer des Roadhouses, an. „Oh fantastisch, freue ich mich und steige in seinen Wagen.

Nur wenig später befinden wir uns an der kleinen Kreuzung. Einige Passanten warten dort auf uns. Wir stoppen die Kamele und erzählen den interessierten Menschen über unsere Australienexpedition. „Wir sind vom The Courier Mail, Queenlands größter Tageszeitung. Dürfen wir euch ein paar Fragen stellen?“ ,fragt der Journalist Michael Madigan und der Fotograf Giulio Saggin. „Aber natürlich,“ antworte ich und berichte den Beiden über unser Lebensprojekt. Während des Interviews kommen John und Zoe Wilkinson. Es dauert nicht lange und der kleine Menschenauflauf wird größer. Wir fühlen uns von den Menschen geehrt und freuen uns über den ungeplanten Empfang.

Eine Stunde später laufen wir weiter. Ein Auto stoppt neben uns. Eine Frau kommt herausgesprungen, reicht uns zwei große, kalte Wasserflaschen und wünscht uns frohe Weihnachten. Ehe wir uns versehen ist die nette Dame wieder verschwunden. Dann erreichen wir das Gehege von John und Zoe in dem sich unsere Boys die nächsten Tage ausruhen dürfen. Sie haben es sich redlich verdient, denn seit Cassiopeia Station haben wir in nur sechs Tagen 198 Kilometer zurückgelegt.

„Das ist euer Raum. Fühlt euch wie Zuhause,“ sagt Zoe mit lieben Lachen als wir am späten Nachmittag das Haus der Familie Wilkinson erreicht haben. Am Abend genießen wir mit der Familie und einigen befreundeten Nachbarn ein wunderbares Essen. Die Stimmung ist fantastisch. Wir haben viel Spaß, erzählen von unseren Reisen und lauschen lustigen Geschichten.

Wir freuen uns über Kommentare!

Tag: 221 Etappe Drei / Expeditionstage gesamt 612

Sonnenaufgang:
05:22

Sonnenuntergang:
18:54

Luftlinie:
20,8

Tageskilometer:
30

Gesamtkilometer:
6402 km

Temperatur - Tag (Maximum):
36° Grad, Sonne ca. 56°

Temperatur - Nacht:
19,3° Grad

Breitengrad:
22°48’30.2“

Längengrad:
147°39’08.3“