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Schreiben gehört zu meinem Leben, gehört zum Abenteuer

Springvale-Camp — 04.10.2002 - 07.10.2002

Tagsüber nutze ich die Gelegenheit den von Robert angebotenen Schreibplatz zu nutzen und abends sitzen Tanja und ich am Campfeuer. Tanja hat trotz ihres Kamelhüten eine angenehme Zeit. Sie kann sich zwischendurch mit lesen oder malen beschäftigen oder genießt einfach mal nichts reparieren oder packen zu müssen. Manchmal beneide ich sie wenn ich für Stunden und Stunden am Computer verbringe und unsere Lebensgeschichte und meine Gedanken festhalte. Die sogenannten Rastcamps sind nicht selten anstrengender als die Lauftage. Bis zu 10 Stunden sitze ich in dem Campingstuhl vor dem kleinen Bildschirm. Es ist in diesem Augenblick meine Welt. Obwohl ich nicht laufen muss ist auch diese Welt anstrengend. Grundsätzlich erlebe ich auf diese Weise unsere Abenteuer zweimal. Jeden Winkelzug, jeden Gedanken gehe ich noch mal durch, ob die Geschichten negativ oder positiv sind. Oft leide ich während des Schreibens bald genauso als würde ich in diesem Augenblick tatsächlich vom Kamel getreten. Manchmal kommen mir Tränen oder ich beginne zu schwitzen oder die Haare stellen sich vor Angst zu Berge. Doch im Gegensatz höre ich dann die Vögel zwitschern, spüre den Windhauch über mein Gesicht streifen, lache herzhaft über eine komische Begebenheit und freue mich über unsere Erfolge.

Nicht selten verdaue ich auf diese Weise Erlebtes, verkrafteVergangenes und lerne dadurch mehr als ich in diesem Moment glaube. Wie ich schon beschrieben habe erlebe ich während des Schreibens ein Abenteuer welches mich tief in meine eigene Psyche führt. Das Schreiben ist für mich ein Instrument geworden, um die Geisteswelt mit der Außenwelt zu verbinden. Es ist ein Instrument, um das körperliche Abenteuer mit den Sinnen und Gefühlen meiner inneren Welt zu vereinen. Letztendlich ist es für mich das Werkzeug, um viele unerklärlichen Dinge in eine Form zu bringen, um sie mir dadurch selbst, und unseren Lesern zu erklären. Auch wenn diese Schreibarbeit nicht selten ungeheuer anstrengend ist gehört sie mittlerweile zu meinem Leben, gehört sie wie unsere Kamele, wie Rufus, wie das Outback zum Abenteuer. Letzten Endes möchte ich damit sagen, dass das Schreiben ein Abenteuer in sich selbst ist, welches man kaum von den Geschehnissen der Expedition trennen kann. Beides gehört zusammen, um den Ball rund werden zu lassen…

Wir freuen uns über Kommentare!

Tag: 141-144 Etappe Drei / Expeditionstage gesamt 532-535

Sonnenaufgang:
06:13-06:12

Sonnenuntergang:
18:36-18:38

Temperatur - Tag (Maximum):
31°-39 Grad, in der Sonne ca. 51°-59°

Temperatur - Nacht:
2°-5,5° Grad

Breitengrad:
23°33’15.1’’

Längengrad:
140°42’07.4’’