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Ungelöstes rätselhaftes Phänomen unserer Erde

Marion Downs-Camp — 08.09.2002

Seit knapp vier Monaten haben wir kein Auto von innen gesehen und auf einmal rumpeln wir in berauschender Geschwindigkeit über die Staubpiste. Die trockene Landschaft flitzt an uns vorbei. Ab und zu entdecke ich ein paar Rinder im Schatten einiger halbtoten Bäume. Noch vorgestern hätten wir uns das bisschen Schatten mit den Rindern geteilt, doch die Situation hat sich plötzlich geändert. Hier, in diesem klimatisierten Fahrgastraum, in den gut gepolsterten Sitzt gelehnt, hat die Natur ihre Härte verloren. Wieder stürmen Gedankenwellen durch meinen Kopf. Hat die Natur wirklich ihre Härte verloren? Erst gestern sprach ich am Farmtelefon mit meinen Eltern und erfuhr über die schrecklichen Überschwemmungen in Deutschland. Diejenigen die davon betroffen sind wissen, dass die Natur nie ihre Härte verliert. Es ist egal ob wir uns in Städte zurückziehen. Ob wir unsere Flüsse begradigen oder aufstauen und unsere Häuser direkt an ihre Ufer bauen. Die Grenzen, die wir zu ziehen vermögen, schützen uns Menschen nicht vor den furchtbaren Folgen mancher Naturkatastrophen. Es ist erschreckend miterleben zu müssen, das einige der Katastrophen von uns Menschen produziert werden und eine Tragödie für denjenigen der darunter leiden muss.

„Hier sind wir,“ sagt Robert als wir in ein winziges Straßendorf fahren, welches hier im Outback Stadt genannt wird. Boulia liegt am Bullu Bullu Wasserloch und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Im Jahre 1861 kamen hier Burke und Wills vorbei. Sie schlugen am Wills River ihr Camp 33 auf. Burke und Wills überlebten ihre Expedition nicht und sind auf ihrem Rückweg unter tragischen Bedingungen gestorben. Als Tanja und ich erfahren, dass die beiden Todeskandidaten hier vorbeigekommen sind, müssen wir augenblicklich an den Verlust unserer Kamele denken. Auch heute noch ist es leicht möglich da draußen verloren zu gehen und zu sterben.

Der Besuch des Min Min Center ist in der Tat hochinteressant. Wir lauschen den vielen Geschichten und Berichten der Menschen die es gesehen haben. Viele hatten schreckliche Angst vor dem mysteriösem Licht. Manche wollten es fangen. Manche dachten es sei ein Campfeuer, sind dem Licht gefolgt, bis sie sich in der ewigen Wildnis verirrt haben. Robert erzählt mir die Geschichte von einem kleinen Jungen der das Licht von seinem Zimmer aus beobachtete. Eines Tages ging er heraus, um es zu fangen und kam nie wieder zurück. Bis heute hat man keine Erklärung für diese Lichterscheinungen. Manchmal sind es zwei Lichtbälle die aussehen wie Autoscheinwerfer. Dann wird davon berichtet, dass die Lichtbälle sich Im Kreis drehen, auseinander fliegen, um sich dann wieder zu vereinen. Nicht selten steht es still, nur um sich dann urplötzlich fortzubewegen. Viele Menschen erzählen davon, dass sie von dem Licht regelrecht verfolgt wurden, doch dann hat es sich irgendwann einmal aufgelöst. Es erscheint in einem Dunkelrot, Hellblau oder sattem Grün. Es kann wie ein Blitz über die Erde huschen oder wie eine Kerze flackern. Zweifelsohne gehört es zu einem der bis heute ungelösten, rätselhaften und mysteriösen Phänomenen unserer Erde…

Wir freuen uns über Kommentare!

Tag: 115 Etappe Drei / Expeditionstage gesamt 506

Sonnenaufgang:
06:45

Sonnenuntergang:
18:34

Temperatur - Tag (Maximum):
39° Grad, in der Sonne ca. 59° Grad

Temperatur - Nacht:
22° Grad

Breitengrad:
23°21’57.7’’

Längengrad:
139°39’17.9’’