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Tage im Atula-Camp

Atula-Camp — 08.08.2002 - 11.08.2002

Obwohl wir unser Camp an einem recht staubigen, von den Rindern völlig abgefressenen Ort, aufgeschlagen haben, gefällt es uns hier recht gut. Nur einen Steinwurf weit liegt das ausgetrocknete Huckitta Flussbett. Unsere Kamele haben genügend zu fressen da sie mit ihren langen Hälsen die Bäume erreichen die für das Rindsvolk zu hoch sind. Abgesehen davon schmeckt ihnen all das Stachelzeug auf das die Rinder keinen Appetit verspüren. Die Vögel sitzen in den Bäumen und singen uns jeden Tag ein Ständchen. Viele von ihnen sieht man bei uns in Europa nur in der Tierhandlung oder im Zoo. Ganze Scharen von Wellensittichen schnattern in den Bäumen. Weiße, rosafarbene und grüne Papageien jagen in ganzen Geschwadern über unser Lager.

Der ewige Sternenhimmel beglückt uns jede Nacht mit seinem strahlenden Antlitz. Gerne legen wir uns abends auf unsere Campbetten und beobachten die vorbeirasenden Sternschnuppen. Die Stille hier draußen, oder besser gesagt hier drinnen, ist so einmalig, dass ich glaube sie hören zu können.

Obwohl wir eine gewaltigen und höchstwahrscheinlich schweren Querfeldeinlauf von 140 Kilometer Luftlinie vor uns haben genießen wir die Tage der Ruhe. Die Tage der Zweisamkeit und die Zeit der Einsamkeit.

Morgen werden wir noch mal den Damm aufsuchen, um unsere Kamele kräftig zu tränken und mit ca. 200 Liter Wasser zu beladen. Das sollte genug sein, um uns durch diesen Wüstenabschnitt zu bringen. Wenn uns das Spinfex nicht zu sehr zu schaffen macht und die Dünen nicht zu hoch sind sollten wir die Smith Bore, die am äußersten Rand von Tobermorey Station liegt, erreichen. Klar wissen wir nicht was uns die Simpson Wüste noch für Aufgaben stellen wird. Auch können aus 140 Kilometer Luftlinie leicht 180 Laufkilometer werden. Wir sind also gezwungen jeden Tag mindeste zwischen 15 und 20 Kilometer Luftlinie zurückzulegen. Ich bin gespannt ob ich meine begonnene Kommunikation mit Mutter Erde und der Wüste fortführen kann. Es gibt noch so ungeheuer viel zu lernen und am liebsten wäre mir alles über die Herkunft der Menschheit, den Zusammenhängen im Universum und dem großen „Warum“ es so ist wie es ist, zu erfahren. Ich habe so viele Fragen. Mit jeder Antwort tauchen neue Fragen auf. Wie auch immer, der nächste Abschnitt wird eventuell hart aber mit Sicherheit interessant…

NOCH EINE KURZE MITTEILUNG AN UNSERE TREUEN LESER!

Es kann sein, dass ich das kommende Update wegen der knappen Wassersituation nicht rechtzeitig absenden kann. Aber wer weiß, vielleicht sind wir schneller als wir vermuten und es klappt doch…

Wir freuen uns über Kommentare!

Tag: 84-87 Etappe Drei / Expeditionstage gesamt 475-478

Sonnenaufgang:
06:53

Sonnenuntergang:
18:05

Temperatur - Tag (Maximum):
24-28 Grad, in der Sonne ca. 45-50 Grad

Temperatur - Nacht:
1,5-3,9 Grad

Breitengrad:
23°23’02.0’’

Längengrad:
136°25’54.7’’