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Neue Idee!

Huckitta-Camp — 29.07.2002

Wegen der außergewöhnlichen Gastfreundschaft und einer neuen Idee bleiben wir länger auf Huckitta Station als geplant. Während des Abendessens unterhalten wir uns über die vor uns liegenden Gefahren der Trockenheit in Queensland und der giftig werdenden Gideyeabäume. Jan und Dean haben weitere Erkundigungen eingezogen ob die Bäume auch wirklich Kamelen gefährlich werden können. „Ohne Zweifel wird das Gift auch Kamele umbringen,“ sagte einer der Pflanzenexperten am Telefon.

Durch Zufall hatten wir wieder Kontakt mit Birgitt und Jürgen, den einzigen Wissenschaftlern weltweit die Kamele erforschen. „Also Denis, wenn eure Kamele ausschließlich von den Gidyeabäumen fressen werden sie daran eingehen,“ warnt mich Birgitt.

Für Tanja und mich ist es nicht einfach mit unseren verfressenen Kamelen durch den Busch zu laufen in dem es viele dieser Bäume gibt. Selbst wenn wir aufpassen können wir es nicht verhindern, dass der eine oder andere seinen Kopf nach rechts oder links reißt, um in einen der Bäume zu beißen an denen wir oft vorbeimarschieren müssen. Auch das Hüten kann für Tanja sehr problematisch werden. Wir wissen nie ob nicht hinter dem nächsten Busch ein Gidyeabaum steht auf den unsere Jungs zusteuern. Bevor Tanja dann dazwischenspringen kann haben sie eventuell schon einige Mäuler voll gefressen. Auch ist es nahezu unmöglich sechs Kamele auf einmal von einem Baum wegzuzerren den sie gerne mögen. Sie hängen dann nicht selten wie die Zecken daran und es bedarf viel Geduld und Zeit sie davon abzubringen. Auch wenn ich in diesem Fall Tanja zu Hilfe eile, bekommen wir die Tiere nicht alle auf einmal von dem Gidyeabaum weg. Keiner von uns weiß wie viel sie davon fressen können bis sie krank werden oder sterben?

„Ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust das herauszufinden,“ sage ich während unserer Unterhaltung. „Ich frage mich schon seit längeren warum ihr nicht die Simpson Desert durchquert? In diesem Fall würdet ihr um die giftigen Bäume herumlaufen,“ wirft Jans Vater Peter ein. Ich sehe ihn an und denke kurz über seine Worte nach. „Nun Peter, die Simpson Wüste ist eine gewaltige Herausforderung. Sie wird, soweit ich weiß, im nördlichen Bereich von keinem Weg oder Track durchquert. Es gibt kein Wasser und alle Sanddünnen durchziehen die Einöde von Nord nach Süd. Es wäre ein Höllentrip. Wir müssten auf einer Distanz von eventuell 400 bis 500 Kilometer jede dieser Dünen überschreiten. Auch könnte ich mir vorstellen, dass es dort außer dem schrecklichen Spinifexgras kaum Vegetation gibt,“ antworte ich. „Hm, dachte nur das die Wüste für euch eine interessante Erweiterung eurer Expedition wäre. Außerdem… gäbe es keine Giftbäume,“ lächelt er verschmitzt. „Natürlich sind die Gidyea ein unkalkulierbares Risiko aber die Simpson…? Ich weiß nicht? Das Wasser setzt uns hier definitive Grenzen. Ohne Wasser kein Überleben… Alleine der Gedanke daran Hunderte von Sanddünen, die mit dem stachligen Spinifex bewachsen sind, überqueren zu müssen gibt mir eine Gänsehaut…“

Unsere Gedanken drehen sich im weiteren Verlauf des Gespräches mehr und mehr um die Simpson. Auch Dean sagt beim späteren Kartenstudium: „Ich kann eh nicht verstehen das ihr die Simpsondurchquerung nicht von Anfang an geplant habt. Das ist die Wüste in Australien von der jeder spricht.“ „Wasser Dean, wir brauchen Wasser. Aber ich sehe mir morgen Früh die Karten genauer an. Wer weiß, vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit,“ antworte ich von der Euphorie mehr und mehr angesteckt.

Wir freuen uns über Kommentare!

Tag: 74 Etappe Drei / Expeditionstage gesamt 465

Sonnenaufgang:
07:04

Sonnenuntergang:
18:05

Temperatur - Tag (Maximum):
18 Grad, in der Sonne ca. 28 Grad

Temperatur - Nacht:
minus 1

Breitengrad:
22°53’56.9’’

Längengrad:
135°27’36.9’’