« Zurück       Weiter »

Bei den gastfreundlichen Stationbesitzer Jan & Dean

Huckitta-Camp — 28.07.2002

Eigentlich wollte Jan, die Großmutter und Töchterchen Jade am Nachmittag ins Camp kommen, um die Kamele zu streicheln doch irgend etwas ist anscheinend dazwischen gekommen. „Wo sie wohl bleiben?“ ,fragt Tanja. „Ich weiß nicht. Jan hat soviel zu tun. Wer weiß was wieder geschehen ist?“ ,antworte ich und sehe ihr zu wie sie die Kamele in unmittelbarer Nähe unseres Lagers an die Stämme der Gidyeabäume bindet.

Plötzlich hören wir Motorengeräusche. Es ist Jan die ihren Toyota kurz vor dem Camp stoppt. „Es tut mir leid dass es heute wieder nicht klappt aber einer unserer Jackeroos hat sich stark verletzt,“ sagt sie. „Was ist denn geschehen?“ „Er hat sich mit dem Messer ganz fürchterlich geschnitten. Er war gerade dabei den Rindern die Schwanzhaare abzuschneiden. Ihr wisst vielleicht, dass dies eine einfache Möglichkeit ist, um später im Busch mit einem Blick festzustellen welches Rind schon mal im Gehege waren. Die Rinder, deren die Schwanzhaare gestutzt sind, gelten als gezählt, gebrandmarkt und nicht wild,“ erklärt sie. „Ja, habe schon davon gehört. Und wieso hat sich der Mann verletzt?“ ,will ich wissen. „Er hat das Messer auf einen Zaunpfosten gelegt und es ist ständig in den Staub gefallen. Dann hat er es sich mit dem Griff nach unten in die Hose gesteckt und wurde gleichzeitig von einem Bullen gejagt. Als er während seiner Flucht auf einen Zaun kletterte und aus irgend einem Grund nach hinten griff hat er sich den Unteram bis zum Knochen aufgeschnitten. Mein Gott hat der Arme geschrieen. Dean fährt ihn gerade in Richtung Harts Range. Dort ist eine Krankenstation.“ Das ist ja schrecklich. Ob er sich die Sehnen durchtrennt hat?“ ,frage ich entsetzt. „Ich weiß nicht. Es hat aber nicht gut für ihn ausgesehen.“

Wegen dem Unfall und anderen Vorkommnissen auf der Farm hat es Jan eilig und muss gleich weiter. Sie lädt uns wieder zum Abendessen ein und fährt mit ihrem Jeep davon. „So dicht liegt das Glück und Leid nebeneinander. Wir sitzen hier im Camp, trinken einen Kaffee und sehen unseren Tieren beim Fressen zu während nur ein paar hundert Meter weiter sich ein junger Mensch den halben Arm abschneidet,“ sagt Tanja nachdenklich. „Ja, keiner weiß wann und warum es einen treffen kann. Immer wieder zeigen mir solche Ereignisse den Augenblick zu schätzen, das Leben zu genießen so lange man es genießen kann,“ antworte ich ebenfalls nachdenklich.

Wir freuen uns über Kommentare!

Tag: 73 Etappe Drei / Expeditionstage gesamt 464

Sonnenaufgang:
07:04

Sonnenuntergang:
18:05

Temperatur - Tag (Maximum):
29 Grad, in der Sonne ca. 57 Grad

Temperatur - Nacht:
minus 1 bis plus 2 Grad

Breitengrad:
22°53’56.9’’

Längengrad:
135°27’36.9’’