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Eine der besten Duschen meines Lebens

West-Ost-Halbzeit-Camp — 18.07.2002 - 19.07.2002

Wegen der freundlich angebotenen Möglichkeit nach sechs Wochen wieder einmal eine Dusche genießen zu dürfen und unsere verschmutzte Kleidung waschen zu können, entscheiden wir uns ein paar Tage zu bleiben. Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf unsere Körper zur Homestead zu bewegen. „Fühlt euch wie Zuhause. Hier ist die Waschmaschine und da die Dusche,“ sagt Ant. Während ich mich mit Ant unterhalte darf Tanja sich den Staub der letzten Wochen vom Körper waschen. Ant zeigt mir in der Zwischenzeit wie er sein eigenes Leder für die Satteltaschen gerbt und wie er sie bauen möchte. „Ich habe mir überleget alles selber zu machen. Ich glaube das ist eine weit bessere Herausforderung als sich die Dinger fertig zu kaufen.“ „Wie lange ist der Track den du folgen möchtest?“ ,frage ich hellhörig, denn ein Trip mit Pferden interessiert mich seit unserer Mongoleidurchquerung sehr. „Ach es sind 3500 Kilometer. Aber ich habe Zeit. Ich kann zwischendurch auf Stations arbeiten und wenn ich mich entscheide abzubrechen steht mir das auch offen,“ erzählt er als Tanja wie eine Engelserscheinung aus dem Badezimmer tritt. „War es schön?“ ,frage ich. „Ohne Worte,“ antwortet sie lachend und hält mir die Tür zum Paradies auf. Schnell habe ich mich der Kleider entledigt, steige in die Duschkabine und drehe erwartungsvoll den Wasserhahn auf. Ohne Zweifel ist das eine der besten Duschen meines Lebens. Ich schruppe meinen Körper mit der Bürste bis sich die Haut ganz rot färbt. Als ich meinen schon seit längerer Zeit juckenden Kopf wasche bin ich regelrecht verblüfft wie viel rotbraune Farbe sich aus den Haaren löst. Ich pruste vor Wohlbehagen und würde am liebsten laut vor mich hin trällern, doch wegen der Nähe zu Menschen verhalte ich mich besser ruhig.

Tanja nutzt dann die Gelegenheit unsere Wäsche in der Waschmaschine zu waschen. Alles in allem ist es ein wundervoller Tag. Am Abend grillen wir am Campfeuer Steaks dessen Größe kaum mit Worten zu beschreiben sind. Chris hat sie mit einer Art Kreissäge von einer Kuh geschnitten. „Lasst es euch schmecken,“ hat er gesagt und uns gleich mehrer Kilo des edlen Fleisches gegeben.

Wir freuen uns über Kommentare!

Tag: 63-64 Etappe Drei / Expeditionstage gesamt 454-455

Sonnenaufgang:
07:11

Sonnenuntergang:
18:05

Temperatur - Tag (Maximum):
20 Grad / nachts minus 5 Grad

Breitengrad:
22°46’33.2’’

Längengrad:
134°11’58.5’’