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Spannendes Treffen durch weltweite Vernetzung

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Als wir 1991 zu unserer Großen Reise aufgebrochen sind, hatten wir keine Webseite, es gab kein Internet und soziale Medien waren noch nicht erfunden. Wenn wir aus dem Ausland mit unseren Eltern oder Freunden Kontakt haben wollten, mussten wir telefonieren, ein Fax senden oder Postkarten und Briefe schreiben. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir in Indien ein Postamt aufsuchen mussten, um eine Telefonleitung zu buchen. Die Mindestzeit eines Gespräches war damals drei Minuten und die Minute kostete 3,- US$. Wenn man bedenkt, dass wir damals am Tag oftmals nicht mehr als 25,- US$ pro Person benötigten, war das viel Geld. Somit waren die Kontakte zur Außenwelt selten und wertvoll. Heute hingegen kommunizieren täglich Milliarden von Menschen miteinander. So einfach und bequem es auch scheint birgt diese Art der schnelllebigen, teils oberflächlichen Kommunikationstechnik Nachteile aber auch Vorteile in sich. Für uns als Langzeitreisende ist es durchaus ein Vorteil die Verbindung zur Außenwelt aufrechterhalten zu können. Dabei kommt es auch vor, dass wir andere Reisende, die ebenfalls über ihre Touren berichten, kennenlernen. So zum Beispiel auch die Fotografen Patrick und seine Freundin Lisa die zurzeit mit ihrem Van in Norwegen unterwegs sind und auf ihren Accounts immer wieder wunderschöne Bilder und Texte veröffentlichen. Im Laufe der letzten Monate haben wir die beiden schätzen gelernt und da sie gerade in Trondheim überwintern und diese Stadt auf unserer Route liegt, haben wir mit ihnen Kontakt aufgenommen. „Wir würden uns riesig freuen, wenn ihr uns besucht“, haben sie gesagt und uns die Koordinaten von ihrem Stellplatz durchgegeben.

„Da gehts aber sehr steil rauf. Meinst du das schaffen wir?“, fragt Tanja als wir am Stadtrand von Trondheim eine vereiste Steigung hochfahren. „Hoffentlich“, antworte ich, weil trotz Allradantrieb und eingelegten Differentialsperren die Geländereifen beginnen durchzudrehen. „Nur nicht stehen bleiben“, geht es mir durch den Kopf, denn auf einer spiegelglatten Steigung von über 10 % würde das bedeuten solange rückwärtsfahren zu müssen bis die Reifen wieder griffigen Untergrund bekommen, nur um es dann erneut zu versuchen. „Weiß nicht ob es das wert ist?“, sage ich. Zum ersten Mal auf dem Trip befallen mich Zweifel. Die schmale Wohnstraße windet sich an wunderschönen Häusern und Villen vorbei. Überall parken Autos und wenn unsere Terra in eines der Fahrzeuge rutscht wäre das fatal. „Ich verstehe nicht das in so einer Villengegend nicht gestreut wurde?“, wundert sich Tanja. „Ich auch nicht. Kann mir nur vorstellen, dass sich bei den augenblicklichen Temperaturen um die null Grad so eine Art Blitzeis gebildet hat“, antworte ich weiterhin Gas gebend, obwohl die Räder teilweise durchdrehen. Dadurch dass die Straße so schmal ist, haben wir keine Chance umzudrehen. Plötzlich weicht das Eis einer dünnen Schneedecke. Die Reifen greifen wieder und tragen uns ohne weiterhin durchzudrehen in die Höhe. Oben angekommen finden wir einen kleinen Waldparkplatz auf dem nur ein Pkw steht. „Puh, geschafft“, pruste ich erleichtert den Zündschlüssel ziehend. „Lisa und Patrick sind nicht da“, sage ich. „Sie haben geschrieben, dass sie etwas später kommen“, antwortet Tanja. „Na hoffentlich schaffen sie es mit ihrem Van da hoch?“ „Haben sie einen Allrad?“, fragt Tanja. „Soweit ich das auf den Bildern erkennen konnte nein. Es ist ein alter Van. Der besitzt bestimmt keinen Allradantrieb, aber er ist viel leichter als unsere Terra. Wenn Patrick geschickt fährt und eine gute Spur erwischt, kann er es schaffen. Außerdem glaube ich, dass sie Schneeketten besitzen. Im Notfall können sie die aufziehen“, überlege ich.

Nur eine Stunde später klopft es an die Kabinentür. „Na das ist eine Freude euch persönlich zu treffen“, begrüßen uns Lisa und Patrick. „Kommt rein“, bitten wir die beiden in unser gemütliches Heim. „Sollen wir die Schuhe ausziehen?“ „Nein, nein. Die sind doch nicht schmutzig. Kommt rein und setzt euch“, sage ich. „Ist schon irgendwie verrückt. Da haben wir gegenseitig unsere Posts gelikt und kommentiert und jetzt sehen wir die Menschen die dahinterstecken“, sage ich. Als würden wir uns schon ewig kennen unterhalten wir uns angeregt. Wir trinken ein paar Büchsen Bier, lassen uns Tanjas leckeren Gemüseeintopf schmecken und lauschen Patrick, der von seinem Radtrip von Deutschland nach Indonesien erzählt, wie er in Tadschikistan von Bienen attackiert wurde und wegen einer gleichzeitigen Lebensmittelvergiftung in ernsthafte Schwierigkeiten geriet. „Weil ich meine zwei Reisebegleiter nicht aufhalten wollte hatte ich sie vorausgeschickt und ihnen gesagt das ich nachkommen würde. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht wie schlimm sich die Lebensmittelvergiftung auswirken würde. Das war eine brenzliche Situation“, erzählt er so authentisch, dass wir seine damalige bedrohliche Lage regelrecht spüren können. „Wir haben auf eurem Instagram-Account gesehen, dass ihr ein Hilfsprojekt in Kenia habt?“, wechsle ich das Thema. „Ja, das stimmt. Wir engagieren uns da schon seit dem Jahr 2011“, antwortet Patrick...

Datum:
01.12.2020

Tag: 121

Land:
Norwegen

Ort:
Trondheim

Tageskilometer:
154 km

Gesamtkilometer:
8909

Bodenbeschaffenheit:
Asphalt

Brückenüberquerungen:
29

Tunneldurchfahrten:
14

Sonnenaufgang:
09:24 Uhr

Sonnenuntergang:
14:50 Uhr

Temperatur Tag max:

Temperatur Nacht min:
- 1°

Wind
10 km/h

Aufbruchszeit:
12:00 Uhr

Ankunftszeit:
15:30 Uhr

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