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Das Gespräch

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Am Abend klart der Himmel seit langen Mal wieder auf. Es dauert nicht lange und die Nordlichter werden von dem imaginären Vulkan an der Ostküste der Bucht in das sternenüberzogene Firmament gespuckt. Die Lichter sind derart stark, dass sie ihr grünes, kosmisches Licht sogar durch das Dachfenster unserer Terra strahlen lassen. „Ein Luftkuss der Sonne direkt durchs Fenster“, sage ich erfreut nach oben deutend. „Das ist eine schöne Bezeichnung für die Nordlichter mein Schatz, aber wir sollten uns über den Aufbruch unterhalten. Ich weiß, dass es Dir hier sehr gut gefällt und Du am liebsten noch ein paar Monate bleiben würdest, trotzdem sollten wir über einen Zeitplan nachdenken.“ „Ja ich weiß, aber ich verspüre wenig Lust, gerade jetzt in das von der Pandemie geplagte Deutschland zurückzugehen. Ist doch irgendwie dumm, sich in diese Gefahr zu begeben, wenn es hier in der Einsamkeit absolut sicher ist“, sage ich an einen Freund denkend, der sich COVID-19 eingefangen hat und seit zehn Tagen in häuslicher Quarantäne befindet. „Du hast eine kranke, alte Mutter zu Hause, die dich sehr liebt und braucht. Gerade in der Zeit einer Krise. Sie ist Weihnachten alleine, das sollten wir nicht vergessen. Abgesehen ist mein Vater auch schon 83 Jahre alt. Ich weiß nicht, wie lange ich ihn noch habe“, wirft Tanja zusätzlich Argumente in die Waagschale. „Hm, was soll ich sagen? Wie du weißt, bin ich kein Unmensch. Unser eigenes Leben ist begrenzt. Wer weiß, wann wir wieder reisen können? Vielleicht nie mehr mit der Freiheit, wie wir sie kennen? Und obwohl wir gerade keine andere Verpflichtung haben, keinen Arbeitgeber, der uns bei Nichterscheinen entlässt, sollen wir heim? Du weißt, dass wir jetzt eigentlich auf einer dreijährigen Asientour unterwegs wären, hätte uns diese verdammte Pandemie nicht zum Umplanen gezwungen. Unter normalen Umständen wären wir also gar nicht in der Lage heimzufahren“, argumentiere ich und weiß insgeheim, dass Tanja absolut recht hat und es vernünftig wäre, das Lager abzubrechen. „Hätten die Veranstalter die Messe nicht abgesagt, wären wir für einen Vortrag nach Hause gefahren. Durch die Absage wurde uns viel Zeit geschenkt. Reisezeit, die wir ansonsten nicht gehabt hätten. Wir wären schon seit zwei Woche auf dem Rückweg. Heute ist der siebte November. Bis Weihnachten sind es noch gut und gern sechs Wochen. Viele Menschen auf der Welt können nie in den Urlaub gehen und kaum jemand ist in der Lage, sechs Wochen am Stück zu reisen. Wir hingegen waren dieses Jahr schon einen Monat auf den Galapagosinseln und wenn wir Weihnachten zu Hause sind, bald noch mal fünf Monate in Norwegen. Eine Reisebilanz, die sich gerade in so einer heiklen Zeit sehen lassen kann. Wir können uns auf dem Rückweg noch viel Zeit lassen und unseren Roadtrip weiterhin genießen“, lassen Tanjas Worte jeglichen Widerstand in mir zusammenbrechen. „Okay, was soll ich da noch sagen. Ich empfand Menschen, die einen übertriebenen Egoismus auf Kosten andere ausleben, schon immer übel. Würden wir bleiben, wäre ich solch ein Mensch. Was hältst du davon, wenn wir übermorgen aufbrechen?“ „Finde ich gut und ich bin mir sicher, dass wir noch viele tolle Abenteuer erleben werden. Denk einfach daran und bleibe positiv.“ „Wenn ich dich nicht hätte“, antworte ich mich jetzt sogar auf die Reise in Richtung Süden freuend...

 

 

Datum:
29.10.2020 bis 08.11.2020

Tag: 088 - 098

Land:
Norwegen

Ort:
Senja Steinfjord

Gesamtkilometer:
7491 km

Sonnenaufgang:
07:56 Uhr bis 08:44

Sonnenuntergang:
15:11 Uhr bis 14:24 Uhr

Temperatur Tag max:

Temperatur Nacht min:
-5°

Wind- und Orkanböen:
80 km/h bis 120 km/h

 

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