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Wie wir auf die Idee kamen wieder in den hohen Norden zu fahren

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Wegen den Corona bedingten, geschlossenen Landesgrenzen in Europa, wussten wir zwei Wochen vor unserem Start noch nicht wohin die Reise gehen würde. „Island wäre doch eine tolle Destination“, meinte Tanja. „Ja, eine super Idee. Lass uns nach Island fahren“, stimmte ich ihr freudig zu. „Was nach Island wollt ihr? Wusstet ihr, dass Hunde auf Island erstmal für einen Monat in Quarantäne müssen? Ich hatte erst letztes Jahr eine Reise nach Island geplant und die Fähre bezahlt. Auf der Webseite der Fährgesellschaft konnte ich unseren Hund einbuchen, erfuhr aber erst nach der Überweisung das Hunde nicht auf die Insel dürfen. Trotz vielen Telefonaten, unter anderem auch mit dem Manager der Fährgesellschaft, haben die uns das Geld nicht zurückbezahlt“, erzählte mir ein Freund. Weil wir unseren Ajaci nicht Zuhause lassen wollen war nach dieser wichtigen Information für Tanja und mich das Thema Island vom Tisch. „Na dann fahren wir nochmal nach Norwegen. Auf unserer Fahrt durch Norwegen im letzten Jahr haben wir doch nicht viel gesehen“, meinte Tanja. Da hatte sie recht. Obwohl wir zu jener Zeit bis zum Nordkap gefahren sind hatten wir aus Zeitgründen zu wenig von diesem wunderbaren Land gesehen. Wir mussten uns sputen, denn wir waren Teilnehmer einer internationalen Offroadtour, die eine Jungfernfahrt durch den russischen Polarkreis unternehmen wollte. Norwegen war für uns also nur ein Transitland, um nach Kirkenes und Murmansk zu gelangen, wo das Abenteuer begann.

„Also lass uns Polarlichter jagen“, sagte ich freudig erregt. Nachdem die Norweger die Grenzen Mitte Juli öffneten, lagen vor uns zwei impulsive Wochen, in denen wir die Tour vorbereiteten. Unser Expeditionsmobil musste zu Delta 4x4 gefahren werden, denn sie bekam die Crossleader Wildtiger unters Gestell. Das sind neue Reifen die für die Auflastung auf 6140 kg geeignet waren und mit ausgeprägten Profilblöcken eine optimale Traktion in jeder Lage garantieren, also speziell für extreme Bodenverhältnisse entwickelt. Somit besitzt unsere Terra Love jetzt die passenden Schuhe für unsere Tour. Danach war der große Kundendienst fällig und ich brachte sie zu bimobil. Wie immer alles kurz vor knapp, aber es hat geklappt. Neben der Fitmachung unserer Terra verlangten unsere neue E-Bikes meine Aufmerksamkeit. Bessere Lenkerhörnchen, spezielle Schlaufen für die Pedale, eine Smartphone- und GoPro-Halterung und noch ein paar Kleinigkeiten, die wir auf der kommenden Tour testen wollen, gehörten montiert. Auch Ajaci´s Hundeanhänger, den die Firma Weber extra für uns konstruiert und gebaut hatte, musste mit einer Handbremse, der Kürzung des Ständers, Sicherheitsgurten und kleineren Reifen versehen werden. Puhh, und das war noch lange nicht alles. Tanja wirbelte in ihrem Büro hin und her, um den Online- und Papierkram in den Griff zu bekommen. Beim Onlinehändler bestellten wir Diverses was uns noch einfiel, machten unseren Garten, obwohl Sommer, winterfest, putzten durchs Haus, luden Updates für die Reisecomputer herunter, checkten die Drone, die Foto- und Filmkameraausrüstung, Aufnahmegerät für die Podcasts und tausend Sachen mehr. Am Ende wäre ich fast lieber Zuhause geblieben, denn ich wusste nicht mehr wo mir der Kopf stand. „Haben wir auch nichts vergessen?“, fragte wir uns immer wieder. Mir kam es so vor als würden wir für Jahre vereisen, obzwar der Aufwand für drei Monate nahezu der gleiche ist. Deadline unseres Aufbruchs war der erste August. Am Abend wollten wir unseren Freund René in Dresden besuchen. Schon wenige Tage vorher wurde uns klar, dass der Termin nicht zu halten war, weswegen wir unseren Aufbruch auf den dritten August verschoben. Wie beim Staffellauf eilten Tanja und ich zwischen unserem Haus und der Terra Love hin und her, um unser mobiles Heim, das auf den neuen Crossleader Wildtiger gelassen dastand, vollzustopfen.

Es grenzte an ein Wunder, als ich nur zwei Tage nach unserem eigentlichen Aufbruchstermin den Zündschlüssel ins Schloss steckte und der Motor der Terra Love mit einem satten Ton ansprang. „Auf zu neuen Abenteuern“, schien er uns auf seiner Sprache zuzuflüstern. „Ja, endlich geht es wieder los“, antwortete ich freudig in meinen Bart brummelnd. „Let´s go!“, rief Tanja, worauf wir uns gegenseitig in die Hand klatschten…

 

Datum:
25.05.2020 bis 02.08 2020

Land:
Deutschland

Ort:
B-Dorf

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