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Im Grenzcamp

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Auch heute werden wir von wunderbarem Sonnenschein geweckt. Nach dem gemeinsamen Frühstück arbeite ich weiter an unseren Rädern. Da nur für ein Reifen Pannenschaum im Gepäck ist fülle ich diesen testweise in meinen Hinterreifen. „Brauchst du das?“, fragt Pete und zeigt mir eine elektrische Pumpe mit der man Auto- und Fahrradreifen aufblasen kann. „Klar, bei den fetten Reifen pumpt man sich einen Wolf“, antworte ich. „Sorry, hätte dir das schon gestern anbieten sollen, hatte leider nicht daran gedacht.“ „Kein Problem“, antworte ich und fülle die Luft mit dem kleinen Kompressor in den Reifen. Damit sich der Schaum gleichmäßig verteilt heben Jens und Peter den Hinterbau des Rades hoch, während ich mit der Hand kräftig die Pedalkurbel drehe. „Das sollte genügen“, meint Jens, der in seinem deutschen Leben Fahlerer ist und sich mit solchen Sachen auskennt.

Am Nachmittag erreicht das dritte deutsche Pärchen Mark und Miriam unser Camp. Auch sie sind äußerst nette Menschen. Als sie von unserem Reifenproblem hören bieten sie uns ohne zu zögern an den Hundeanhänger in ihrem kleinen Campmobil über die Grenze zu nehmen. Da auch sie ihren vierbeinigen Freund dabei haben, sind sie mittlerweile nervös ob er morgen ohne Quarantäne mit nach China darf.

Es ist später Nachmittag als die Briten John und Suzanne mit ihren Offroader eintreffen. „Nun sind bis auf die Österreicher alle da“, sagt Jens. „Und, werden sie es bis morgen rechtzeitig schaffen?“, frage ich, weil ich weiß, dass die Gruppe spätestens Morgen aufbrechen muss, auch wenn die Österreicher es nicht schaffen sollten. „Sie haben eine WhatsApp geschrieben. Das Getriebeteil, welches sie aus Deutschland bekamen, wird gerade eingebaut. Wenn alles gut geht brechen sie heute Abend noch auf.“ „700 km in der Nacht, und das auf mongolischen Straße?“, na das ist auch eine Herausforderung.“ „Sie werden es schon meistern“, ist Jens zuversichtlich.

„Tanja, Denis! Mrs. Spring hat auf unsere Mail geantwortet. Sie wird versuchen euch zu helfen, kann aber nichts versprechen“, sagt Katharina. „Das ist ja eine super Nachricht“, freuen wir uns. „Mrs. Spring hat uns auch eine Mail geschrieben. Sie rät uns allen Laptops und großen Kameras zu verstecken wenn wir über die Grenze gehen. Auch sollen wir unsere Kühlschränke leer machen und verstecken“, sagt die Engländerin Suzanne. „Kühlschränke verstecken?“, fragt Jens. „Hat sie geschrieben.“ „Na wie soll man denn einen Kühlschrank verstecken?“ „Haben John und ich uns auch gefragt. Wir legen einfach ein Tuch darüber.“ „Und warum sollen wir unsere Laptops und Kameras verstecken? Das ist doch absoluter Blödsinn. Warum sollte man keine Kameras und Laptops ins Land des Konsums mitnehmen dürfen?“, fliegen die Fragen nun von Gruppenmitglied zu Gruppenmitglied. „Habt ihr gewusst dass die Chinesen ohne Angaben von Gründen die Einreise verweigern können?“ „Trotz Visum?“ „Trotz Visum.“ „Klingt ja alles nicht so rosig“, sage ich und spüre wie mich ein Gefühl der Unsicherheit beschleicht.

Noch am Abend trage ich mit Jens unsere Anhängerbox zu seinem VW-Kastenwagen. Wir stellen sie auf die Rampe, die am Heck des Fahrzeuges installiert ist. Damit der Anhänger gerade steht suche ich ein paar Backsteine die ich auf einen Haufen mit Bauchschutt finde. Wir schieben die Steine unter die Box und Jens befestigt sie mit Spanngurten. Nach dem gemeinsamen Abendessen unterhalten wir uns über den morgigen Tag. Ob wir Ajaci ohne Quarantäne nach China bringen? Wir wissen es zu diesem Zeitpunkt nicht und nach allem was wir bisher dazu recherchiert haben muss ein massives Wunder geschehen. Bevor ich schlafe gehe erzähle ich, wie auch an den anderen Abenden, eine Geschichte. Es ist spät als ich mich in unser Zelt begeben und in meinen Schlafsack schlüpfe. Noch lange liege ich wach da, höre auf die Geräusche der Nacht und bete darum dass unser Hund nicht einen Monat in einem Zwinger verbringen muss, sondern als freier Vierbeiner in das Land des Drachens reisen darf.

Die Live-Berichterstattung wird unterstützt durch die Firmen Gesat GmbH: www.gesat.com und roda computer GmbH www.roda-computer.com Das Sattelitentelefon Explorer 300 von Gesat und das rugged Notebook Pegasus RP9 von Roda sind die Stützsäulen der Übertragung.

Datum:
13.09.2015

Tag: 77

Land:
Mongolei

Ort:
Grenz Camp

Breitengrad N:
43°45’47.1’’

Längengrad E:
111°50’17.1’’

Gesamtkilometer:
9.362 km

Maximale Höhe:
1.100 m

Gesamthöhenmeter:
4.330 m

Sonnenaufgang:
07:10 Uhr

Sonnenuntergang:
19:53 Uhr

Temperatur Tag max:
27 °C

Platte Reifen gesamt:
7

Platte Vorderreifen:
2

Platte Hinterreifen:
4

Platte Anhängerreifen:
1

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