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7 Uhr morgens in Ulan Bator / Tagebuch eines Expeditionshundes


Ich in der mongolischen Wüste Gobi.

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Ich liebe es morgens um 7 Uhr mit Tanja durch die Straßen von Ulan Bator, U.B. genannt zu streifen. Es gibt wenig Autos. Der Himmel ist noch ein wenig rot gefärbt und es sind kaum Menschen unterwegs. Auch hier haben wir einen Park gefunden in dem es sich schön laufen lässt und was die Geruchswelt in dieser Stadt angeht, so kann ich diese nur Grenzenlos nennen. Seit ich nicht mehr nur Hundefutter und speziell für mich gemischte Nahrung bekomme, hat sich auch meine Schnupperwelt erweitert.

Nicht jede Ecke in U.B. ist um 7:00 Uhr morgens entspannt. Vor ein paar Tagen waren wir beim Gandan Kloster. Auch da ist es früh wunderbar frisch und eine tolle Atmosphäre. Wir sind schon auf dem Weg zurück nach Hause, da geht auf einmal alles ganz schnell. Ein Hund kommt mit gefletschten Zähnen auf mich zu gestochen, fackelte nicht und beißt mich direkt in den Schwanz. Tanja schmeißt bereits während er auf uns zu rennt einen Stein auf ihn, doch es scheint als fühlt er nichts. Tanja brüllt ihn an. Er wirkt kurz irritiert. Zieht sich dann aber mit einem mächtigen Knäuel meiner Haare im Maul zurück, nur um erneut anzugreifen. Tanja kickt ihn mit ihrem Fuß, somit kann sie ihn auf Abstand halten. Zwei mongolische Männer kommen dazu und feuern Steine auf den Angreifer. Einer der beiden Männer verfolgt den bissigen Hund bis er um die nächst Ecke verschwunden ist. Tanja steht neben mir mit entsichertem Pfefferspray und wirft einen Blick auf mein Hinterteil. „Alles okay mein Großer, er hat nur deine Federn erwischt“, beruhigt sie mich. Wir bedanken uns bei den Männern.

Leute ich bin froh wieder zurück in unserer Jurte über den Dächern von U.B. zu sein. Nach einem ausgiebigen Frühstück schlaf ich erst mal den Schlaf der Gerechten. Später erfahren wir, dass die Jurtengegend in der wir hier in U.B. wohnen, das Zuhause für viele Hunde ist. Sie streunen herum und sorgen teils für Ärger. Den Kollegen dort draußen geht es allerdings um ein Vielfaches besser als dem Wachhund hier in unserer Unterkunft. Der arme Kerl fristet ein Leben an einer ein 50 cm kurzen Kette. Von der kommt er nie los. Eines der traurigsten Hundeleben was man sich vorstellen kann.

An einem Samstagnachmittag wollen wir den gewohnten Weg zum Park gehen. Es ist Markttag und ein ziemliches Gedränge. Ich laufe ganz nah bei Tanja und höre in einer Tour; „Jon, Jon, Jon!“ Das heißt Wolf auf Mongolisch. Die glauben tatsächlich ich bin ein Wolf. Mir soll es recht sein. Plötzlich rast uns eine wilde Kinderschar hinterher. Sie bedrängen uns und schreien laut. Blitzschnell dreht sich Tanja um, formt mit ihrer rechten Hand ein Maul und lässt dieses in ihren linken Arm beißen. „Hatza, hatza!“, (beißt, beißt) ruft sie laut. Die Kinder springen entsetzt einen Satz nach hinten. So schnell als möglich verlassen wir nun den Markt.

Gehen wir nicht spazieren, liege ich an den Füßen von Denis. Er schreibt alle unsere Erlebnisse auf und ich genieße das Leben in einer Jurte. Wenn es später Nachmittag geworden ist beginnt mein liebstes Spiel. Meine Menschen verstecken mir meinen Ball zwischen den Jurten auf dem Dach und ich darf suchen. Die Nächte sind angenehm kühl und wenn ich einschlafe dringt das Gebell der Hunde aus dem Bezirk an meine Ohren und ich träume über die Erlebnisse der vergangenen Tage.


Die Live-Berichterstattung wird unterstützt durch die FirmenGesat GmbH: www.gesat.com und roda computer GmbH www.roda-computer.com Das Sattelitentelefon Explorer 300 von Gesat und das rugged Notebook Pegasus RP9 von Roda sind die Stützsäulen der Übertragung.

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